INTERNET: Weltweite Hackerattacke trifft Konzerne und Institutionen

Die Cyberwelt ist durch einen der grössten Angriffe von Schadsoftware erschüttert worden. Die Schweiz scheint vorerst nicht davon betroffen zu sein. Die Suche nach den Verursachern der kriminellen Tat gestaltet sich als äusserst schwierig.

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Beim E-Banking mit mobilen Geräten ist Vorsicht geboten, denn Hacker sind erfinderisch. (Symbolbild) (Bild: PD)

Beim E-Banking mit mobilen Geräten ist Vorsicht geboten, denn Hacker sind erfinderisch. (Symbolbild) (Bild: PD)

Einer der bislang grössten Cyberangriffe weltweit hat zum Wochenende Zehntausende Computer von Konzernen und Institutionen lahmgelegt. Besonders schwer betroffen war das britische Gesundheitssystem. Die Schweiz war von dem internationalen Cyberangriff nicht betroffen. Das Virus nutzte in rund 100 Ländern einen bekannt gewordenen Code des US-Geheimdienstes NSA und eine Lücke im Betriebssystem Windows, wie Computerexperten gestern berichteten.

Die Angriffswelle schien ihren Höhepunkt in der Nacht zum Samstag erreicht zu haben. Dahinter stecken offenbar Kriminelle, die Geld erpressen wollen. Erstes Ziel des Virus war Europa, später kamen die USA dazu. So meldeten Konzerne wie der Kurierdienst Fedex, die spanische Telefónica und Renault Attacken. Dort musste die Produktion von Autos teilweise gestoppt werden. Betroffen waren auch die Deutsche Bahn, das russische Innenministerium sowie weitere Grossunternehmen. Die europäische Polizeibehörde Europol sprach von einer «beispiellosen» Cyberattacke.

Gesundheitssystem betroffen

In Asien machte sich das Virus weniger bemerkbar. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete allerdings, in einigen Schulen und Universitäten seien Computer infiziert. In Grossbritannien mussten wegen der Störung der IT-Systeme im Gesundheitssystem NHS Rettungswagen in andere Kliniken umgeleitet werden. Zahlreiche Patienten wurden abgewiesen und Routineeingriffe abgesagt. Mindestens 21 Spitäler berichteten von grösseren Störungen. Die Einrichtungen seien aber nicht gezielt ins Visier genommen worden, sagte Premierministerin Theresa May.

In der Schweiz gab es keine Grossausfälle wegen Cyberattacken. Bei der Melde- und Analysestelle Informationssicherung gingen keine Schadensmeldungen ein. Bis zum Samstagabend seien keine Ausfälle gemeldet worden. Es sei aber möglich, dass einzelne Geräte betroffen seien, hiess es. (sda)