Syrien/Frankreich
IS-Dschihadist mit Kontakt zu Nizza-Anschlag festgenommen

Kurdenmilizen verhafteten einen Mann, der mit der brutalen Lastwagen-Attacke von 2016 zu tun hat.

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Gedenken an die Opfer des Terrorattentates von Nizza: Eine französische Flagge und Blumen am Boden des Boulevard des Anglais.

Gedenken an die Opfer des Terrorattentates von Nizza: Eine französische Flagge und Blumen am Boden des Boulevard des Anglais.

Keystone/AP/LAURENT CIPRIANI

Von Kurden angeführte Truppen haben im Norden Syriens nach eigenen Angaben einen französischen Dschihadisten mit Verbindungen zum Terroranschlag von Nizza festgenommen. Es handle sich um Adrien Guihal, der auch unter dem Kampfnamen Abu Usama al-Fransi bekannt sei, teilten die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) am Donnerstag mit.

Er sei zusammen mit seiner Frau und anderen Dschihadisten am vergangenen Samstag gefunden worden. Französische Ermittler verdächtigen Guihal, den Anschlag von Nizza im Sommer 2016 für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert zu haben.

Das wurde der DPA aus Ermittlerkreisen bestätigt. Laut früheren Medienberichten soll Guihals Stimme in einer Audiobotschaft identifiziert worden sein, dort soll er den Täter der Lastwagen-Attacke mit 86 Todesopfern als «Soldaten des Kalifats» bezeichnet haben.

Bilder des Anschlags von Nizza im Sommer 2016:

Nizza-Anschlag
47 Bilder
Gedenkstätte für die Opfer an der Promenade des Anglais
Die Spuren der schrecklichen Tat sind auch am Samstag noch sichtbar und es werden Blumen für die Verstorbenen niedergelegt
Die Promenade es Anglais wurde am Samstag wieder geöffnet
Die Spuren der schrecklichen Tat sind auch am Samstag noch sichtbar und es werden Blumen für die Verstorbenen niedergelegt
Die Menschen trauern um die 84 Opfer des Attentats in Nizza.
Das Attentat geschah auf der berühmten Promenade des Anglais der Küstenstadt Nizza.
Mohamed Lahouaiej Bouhlel: Der Attentäter von Nizza.
Am Tag nach der Tat: Die Spurensicherung ist im Einsatz.
Nizza am Tag danach. Links das Meer, rechts die Promenade des Anglais, wo es zur schrecklichen Tat kam.
Ein Frau und ihre Tochter legen Blumen nieder - zum Gedenken an die Opfer.
Trauer um die Opfer am Tag nach dem Attentat von Nizza.
Trauer um die Opfer am Tag nach dem Attentat von Nizza.
Die Tat am Donnerstagabend: Ein junger Franzose tunesischer Herkunft raste mit einem gemieteten Lastwagen in eine Menschenmenge.
Panik in Nizza während der Tat: Menschen flüchten weg vom Unglücksort.
Mindestens 84 Menschen sterben. (Stand Freitag, 18 Uhr)
Der LKW des Attentäter ist übersät mit Einschusslöchern. Es kam zur Schiesserei mit Beamten.
Polizisten erschiessen den Attentäter schliesslich.
Deutlich zu sehen sind die Einschusslöcher.
Kurz nach der Tat nimmt die Spurensicherung ihre Arbeit auf.
Hollande macht sich kurz darauf im Präsidentenjet auf den Weg zum Krisenstab in Paris.
Am Freitag ist klar: Beim Täter handelt es sich um einen 31-jährigen Tunesier mit Wohnsitz in Nizza.
Im März war er wegen Bedrohung, Gewalt, Diebstahls und Sachbeschädigung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.
Trauer um die Opfer am Tag nach der Tat.
Französische Polizisten in der Nähe des Orts, wo der Lastwagen des Attentäter zum Stillstand kam.
Für die Spurensicherung geht die Arbeit am Freitag weiter.
Für die Menschen in Nizza ist die Tat unfassbar.

Nizza-Anschlag

Keystone

Auch den Anschlag von Magnanville im Juni 2016 soll Guihal mit einer Erklärung für den IS in Anspruch genommen haben. Damals hatte ein Islamist während der Fussball-Europameisterschaft in Frankreich einen Polizisten und seine Lebensgefährtin ermordet. Guihal wird nach Angaben aus Justizkreisen bereits seit Juni 2015 mit einem französischen Haftbefehl gesucht.

Er wollte wieder nach Europa

Die SDF erklärten, Guihal habe sich in der früheren IS-Hochburg Al-Rakka im Norden Syriens versteckt. Dort habe der Mitte 30-Jährige auf die Gelegenheit gewartet, über die Türkei nach Europa zu fliehen.

Die von der Kurdenmiliz YPG dominierten SDF-Truppen kontrollieren grosse Gebiete im Norden und Osten Syriens. Sie sind im Kampf gegen den IS ein wichtiger Verbündeter der US-geführten internationalen Koalition, die die Extremisten aus der Luft bekämpft.