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ISRAEL: Angst vor neuer Anschlagsserie

Wenige Tage vor dem Besuch des amerikanischen Nahost-Unterhändlers ist es im Westjordanland zu einem Terroranschlag gekommen. Die Hamas feiert den Attentäter.
Soldaten beerdigen einen israelischen Wachposten. (Bild: EPA/Abir Sultan (Har Adar, 26. September 2017))

Soldaten beerdigen einen israelischen Wachposten. (Bild: EPA/Abir Sultan (Har Adar, 26. September 2017))

Seelische Probleme sollen Teil des Motivs für den Terroranschlag mit vier Toten sein, der sich gestern in einer israelischen Siedlung ereignet hat. Der Attentäter, der Palästinenser Nimr al-Dschamal, reihte sich gestern früh wie schon oft zuvor unter seine Kollegen am Kontrollpunkt der Siedlung Har Adar, als er plötzlich das Feuer auf die dort postierten Sicherheitsleute eröffnete. Dabei erschoss er drei Wachposten, darunter einen Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft, bevor er selbst mit Schüssen handlungsunfähig gemacht wurde. Im Spital erlag er später seinen Verletzungen.

Der 37-jährige Attentäter war Vater von vier Kindern und wohnte in dem benachbarten Dorf Beit Surik, nordwestlich von Jerusalem. Er soll psychisch labil und seiner Ehefrau gegenüber gewalttätig gewesen sein. Erst vor wenigen Wochen war die Frau nach Jordanien geflohen. In einem Abschiedsbrief beteuert al-Dschamal, dass seine Frau nichts mit dem, was passieren würde, zu tun habe.

Der Abschiedsbrief des Attentäters lässt Israels Sicherheitsapparat darauf hoffen, dass es sich bei dem Anschlag nicht um den Beginn einer neuen Serie handelt. Brigadegeneral Nitzan Nuriel, ehemals zuständig für Terrorismusabwehr im Büro des Premierministers, erklärte in einer telefonischen Schaltkonferenz mit Journalisten, es sei für Israel besser, «dass die Palästinenser Arbeit haben und ihre Familien ernähren können». Nichtsdestotrotz sei erhöhte Aufmerksamkeit der Sicherheitskräfte ratsam, denn die Zeit der Feiertage gelte als Hochsaison für Terroristen. Vergangene Woche fand das jüdische Neujahrsfest statt. Am kommenden Wochenende ist Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag.

Neuer Vorstoss für Friedensverhandlungen

Der Anschlag überschattet die Vorbereitungen auf den für nächste Woche geplanten Israel-Besuch von Jason Greenblatt. Der US-Sondergesandte für Frieden im Nahen Osten will einen erneuten Vorstoss für die Wiederaufnahme von Verhandlungen unternehmen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte an, das Familienhaus des Attentäters abreissen zu lassen und Mitgliedern seiner Grossfamilie die Arbeitserlaubnis zu entziehen. In Har Adar sind zwischen 100 und 150 Palästinenser überwiegend als Bauarbeiter beschäftigt. Auch Al-Dschamal war im Besitz einer gültigen Arbeitsgenehmigung.

Netanjahu machte die «systematische Hetze» der Palästinenser für den Anschlag verantwortlich. Er forderte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas auf, das Attentat zu verurteilen. In einer Pressemitteilung bezeichnete Hamas-Sprecher Husam Badran das Attentat als «heldenhaft». Der Anschlag sei ein Signal dafür, dass die Intifada fortgesetzt werde.

Susanne Knaul, Jerusalem

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