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Israel hilft Weisshelmen

Die vom Assad-Regime verfolgten Katastrophenhelfer werden über Israel nach Jordanien in Sicherheit gebracht. Die Aktion war ein Ergebnis wochenlanger internationaler Absprachen.
Susanne Knaul, Jerusalem
Syrische Weisshelme bei Bergungsarbeiten in einem zerbombten Haus in Idlib. (Bild: AP; 7. Januar 2018)

Syrische Weisshelme bei Bergungsarbeiten in einem zerbombten Haus in Idlib. (Bild: AP; 7. Januar 2018)

In einer geheimen Nacht-und- Nebel-Aktion öffnete Israel für 422 syrische Weisshelme und ihre Familien auf der Flucht den Grenzübergang bei Kuneitra auf den Golanhöhen. Die freiwilligen zivilen Hilfstruppen, die sich vor allem nach Bombenangriffen um Verschüttete und Verletzte kümmern, waren durch das Vorrücken der syrischen Armee selbst in Bedrängnis geraten. Mit Bussen brachten israelische Soldaten die Syrer in der Nacht zum Sonntag nach Jordanien. Von dort aus sollen sie nach Deutschland, Grossbritannien und Kanada weiterreisen.

Israels Armee, so heisst es in einer Stellungnahme, sei damit einer Anweisung der israelischen Regierung sowie entsprechenden Aufforderungen «der USA und weiterer europäischer Staaten» nachgekommen. Es handelte sich um eine Hilfsaktion aus «humanitären Gründen». Für die syrischen Weisshelme habe unmittelbare Lebensgefahr bestanden.

Nicht länger als drei Monate in Jordanien

Der deutsche Aussenminister Heiko Maas bestätigte die Aufnahme der syrischen Weisshelme in Deutschland. Es sei «ein Gebot der Menschlichkeit», erklärte Maas gegenüber der «Bild»-Zeitung. Das Auswärtige Amt unterstützte die syrischen Weisshelme in den vergangenen Jahren erklärtermassen mit 12 Millionen Euro. Die streng geheim gehal­tene Rettungsaktion war ­offenbar das Ergebnis wochenlanger multilateraler Absprachen und kam letztendlich überraschend für die Hilfesuchenden, da Jordanien eine Aufnahme lange abgelehnt hatte. Nach eigenen Angaben beherbergt die Monarchie bereits 1,3 Millionen aus Syrien Geflüchtete. Laut Information der «Jerusalem Post» sollen die syrischen Weisshelme in einer «geschlossenen Zone» nicht länger als drei Monate in Jordanien bleiben. Offenbar spielte Kanada eine zentrale Rolle bei der Rettung der freiwilligen Helfer.

Israel hält sich seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs offiziell an die Strategie der Nichteinmischung. Ausnahme bilden Reaktionen nach Waffenlieferungen an die libanesische Hisbollah, die die israelische Luftwaffe «Dutzende Male», wie Regierungschef Benjamin Netanjahu selbst einräumte, bombardiert habe. Zudem kam es jüngst zu wiederholten israelischen Angriffen auf Ziele der iranischen Armee und ihrer Handlanger in Syrien. Israels Regierung will unter allen Umständen eine dauerhafte Stationierung iranischer Truppen in Syrien verhindern. Noch am Wochenende telefonierte Netanjahu mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, der ihm, laut Nachricht der konservativen Zeitung «Israel Hajom», versichert habe, dass sich in der Grenz­region keine iranischen Truppen aufhalten werden.

Russland hatte in den vergangenen Jahren zusammen mit den iranischen Revolutionsgarden an der Seite der Truppen von Syriens Präsident Baschar al-Assad gekämpft. Solange sich in Syrien bewaffnete Rebellentruppen befänden, die dem Regime Schaden zufügen wollen, will Putin an ­ der Stationierung von Iranern ­ im Landesinneren festhalten, schreibt «Israel Hajom» weiter.

«Die Schlacht ist vorbei»

Zudem hält Israel unverändert daran fest, die Grenzen für Flüchtlinge aus Syrien geschlossen zu halten. Es hilft aber den Menschen, die in der Pufferzone zwischen den von Israel annektierten Golanhöhen und Syrien Zuflucht suchen, mit Nahrungsmitteln, Medikamenten, Kleidung und Zelten. Seit Kriegs­beginn sind zudem einige tausend syrische Kriegsopfer in israelischen Krankenhäusern behandelt worden.

Ejal Sisser, Syrien-Experte an der Universität Tel Aviv, vermutet, dass in Syrien «die Schlacht vorbei ist». Ob es Präsident Baschar al-Assad jedoch gelingen wird, sein Land langfristig zu kontrollieren, hänge auch davon ab, was «die Russen und die Iraner mitzureden haben». Aus israelischer Sicht wäre es «am besten, wenn Assad die volle Kontrolle innehat, die Iraner aus seinem Land wirft und für Ruhe in der Grenzregion sorgt», erklärt Sisser.

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