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ISRAEL: Im Rausch: Netanjahus Sohn machte problematische Aussagen

Eine brisante Audio-Aufnahme mit peinlichen Äusserungen des Sohns von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sorgt in Israel für Aufregung. Der 26-jährige Jair Netanjahu entschuldigte sich am Dienstag für seine problematischen Aussagen.
Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu in Jerusalem. (Bild: EPA/Abir Sultan)

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu in Jerusalem. (Bild: EPA/Abir Sultan)

Das israelische Fernsehen hatte die Aufnahme aus dem Jahre 2015 am Vorabend veröffentlicht. Jair Netanjahu ist bei einem Gespräch mit Freunden vor einem Strip-Club in Tel Aviv zu hören, offenbar angetrunken. Er sagte dem Sohn Kobi Maimons, einem Besitzer von Gasfeldern vor Israels Küste, unter anderem: "Mein Vater hat Deinem Vater 20 Milliarden Dollar organisiert." Netanjahu hatte 2015 gegen den Widerstand des Kartellamts einen umstrittenen Erdgas-Deal durchgesetzt.

Jair Netanjahu sagte bei dem Gespräch mit seinen Freunden auch, er habe 400 Schekel (umgerechnet 120 Franken) für eine Prostituierte ausgegeben.

In einer Reaktion sagte Jair Netanjahu nach Angaben der Nachrichtenseite "ynet", er habe unter Alkoholeinfluss "Unsinn erzählt" und sich herablassend über Frauen geäussert. Das tue ihm leid. "Die Äusserungen spiegeln nicht wider, wer ich bin, die Werte meiner Erziehung, und woran ich glaube." Über den Gas-Deal habe er nur gewitzelt, er habe nicht die Details gekannt.

Korruptionsverdacht

Oppositionspolitiker sagten, die neue Aufnahme schüre den Verdacht auf mögliche Korruption beim Abschluss des Gas-Deals und forderten eine Untersuchung. Die israelische Polizei ermittelt bereits gegen Netanjahu wegen Korruptionsvorwürfen in zwei Fällen.

Jair Netanjahu war in der Vergangenheit schon mehrmals negativ aufgefallen. Er befindet sich in einem Rechtsstreit mit einer linksorientierten Organisation, die er im Internet als radikal und anti-zionistisch angegriffen hatte.

Es gibt auch immer wieder Kritik daran, dass Jair Netanjahu auf Kosten der Steuerzahler mit Personenschützer und Fahrer unterwegs ist.

sda/dpa

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