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Israel reagiert mit Luftangriffen auf Raketen aus dem Gazastreifen

Nach dem Raketenbeschuss aus den Palästinensergebieten hat die israelische Luftwaffe Angriffe auf den Gazastreifen geflogen.
Susanne Knaul, Jerusalem
Rauchwolken steigen im Süden des Gazastreifens auf. (Tsafrir Abayov/AP)

Rauchwolken steigen im Süden des Gazastreifens auf. (Tsafrir Abayov/AP)

In Reaktion auf Mörserbeschuss aus dem Gazastreifen griff die israelische Luftwaffe zahlreiche Stützpunkte der palästinensischen Terrororganisation Islamischer Dschihad an. Zum ersten Mal seit dem Krieg im Sommer 2014 gingen am Dienstag früh in den Kibbuzim, die auf israelischer Seite der Grenzanlage liegen, die Alarmsirenen los. „Friedlicher Protest?“, so twitterte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu wütend. „57 Raketen sind aus dem Gazastreifen auf israelischer Bürger abgeschossen worden (darunter ein Kindergarten).“

Offizielle Berichte der Armee sprachen von zunächst "ca. 30 Mörserangriffen“, die offenbar auf das Konto des Islamischen Dschihad gingen. Kaum hatte Netanjahu „harte Gegenmassnahmen“ angekündigt, machten sich die israelischen Kampfpiloten auf den Weg zu ihrem Einsatz und bombardierten Dutzende Ziele. Am frühen Nachmittag schossen umgekehrt Palästinenser Raketen aus dem Gazastreifen auf die Städte Sderot und Ashkelon. Laut Mitteilung der Armee habe das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel 25 Geschosse abgefangen.

Lage seit Wochen unruhig

Die palästinensischen Angriffe stehen im Zusammenhang mit dem Tod dreier Dschihad-Kämpfer, die am Sonntag unter israelischen Panzerbeschuss gerieten, nachdem Soldaten einen Sprengsatz im Grenzgebiet entdeckt hatten, sowie mit dem „Grossen Marsch der Rückkehr“, bei dem israelische Scharfschützen zwischen Ende März und Mitte Mai rund einhundert Demonstranten erschossen und über 3000 zum Teil schwer verletzten. Die Protestaktion, die von der Hamas-Führung im Gazastreifen organisiert wurde, zielte auf ein Ende der seit elf Jahren andauernden Blockade und der Rückkehr der vor 70 Jahren vertriebenen Palästinenser in ihre Heimat, das heutige Israel.

Hamas-Politbürochef Jahije Sinwar erklärte vor Auslandskorrespondenten, dass die Demonstrationen, die am 5. Juni fortgesetzt werden sollen, „ausdrücklich friedlich sind“. Die Hamas schoss keine Raketen ab, allerdings waren einige der Demonstranten, die versucht hatten, mit Gewalt die Trennanlagen nach Israel zu durchbrechen, mit Messern und Sprengsätzen bewaffnet. Ausserdem steckten Palästinenser mithilfe von Drachen, die sie mit Molotowcocktails bestücken, zahlreiche Felder in Brand.

Zeichen der Annäherung

Ungeachtet des hohen Preises, den der „Grosse Marsch der Rückkehr“ vor allem den Palästinensern abforderte, hat der Protest nicht viel erreicht. Ägypten öffnete zwar die Grenze für den Personenverkehr. Konkrete Lösungen für die aktuell wachsende Not der Bevölkerung im Gazastreifen gibt es noch immer nicht. Zum ersten Mal signalisierte Khalil al-Haja, Mitglied des Hamas-Politbüros, diese Woche auf der Webseite der islamistischen Bewegung „die Bereitschaft, Vorschläge zur Erleichterung der Blockade“ in Erwägung zu ziehen.

Auf dem Tisch liegen eine ganze Reihe von Wiederaufbauplänen für den Gazastreifen, die offenbar zum Teil in den Nahost-Friedensplan einfliessen, den US-Präsident Donald Trump gegen Ende Juni präsentieren will. Dazu gehört, soweit bislang durchsickerte, die Errichtung von Industriegebieten im nördlichen Sinai und Entsalzungsanlagen zur Gewinnung von Frischwasser. Im Gegenzug müsste die Hamas einem Waffenstillstand zustimmen. Laut der israelischen Zeitung "Haaretz" scheint die israelische Regierung inzwischen nicht länger auf die anfängliche Forderung einer kompletten Entwaffnung der Islamisten zu beharren.

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