Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ISRAEL: Weniger Krawalle – Lage bleibt angespannt

Trotz Aufrufs zum Fortsetzen der Proteste gehen weniger Palästinenser auf die Strasse. Doch nun mischt sich auch die EU in den Hauptstadt-Streit um Jerusalem ein.
Palästinenser verstecken sich während eines Protestes gegen den Entscheid des US-Präsidenten, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen. (Bild: Mohammed Saber / Keystone (Gaza, 10. Dezember 2017))

Palästinenser verstecken sich während eines Protestes gegen den Entscheid des US-Präsidenten, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen. (Bild: Mohammed Saber / Keystone (Gaza, 10. Dezember 2017))

Bei einem Messerattentat am Zentralen Busbahnhof in Jerusalem trug ein israelischer Sicherheitsmann schwere Verletzungen davon. Das Attentat ereignete sich gestern am frühen Nachmittag. Polizeilichen Berichten zufolge wurde der Angreifer wenige Minuten nach dem Überfall auf der Flucht festgenommen. Das Attentat steht möglicherweise im Zusammenhang mit der umstrittenen Erklärung von US-Präsident Donald Trump, der Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkannte.

Die Fatah, Partei von Abbas, hatte noch am Samstagabend dazu aufgerufen, die Proteste in den Palästinensergebieten fortzusetzen. Zwar blieb die Lage am Wochenende angespannt, ins­gesamt gingen die Krawalle aber zurück. Nur ein paar tausend Demonstranten versammelten sich in verschiedenen Städten im Westjordanland. Besonders folgenschwer blieben Auseinandersetzungen im ­Gazastreifen, wo vier Menschen bei den Luftangriffen der israe­lischen Kampfpiloten und bei Feuergefechten im Grenzgebiet zu Tode kamen. Zuvor hatten ­Hamas-Kämpfer Raketen auf die israelische Stadt Sderot abgefeuert hatte.

Gestern brachten israelische Soldaten einen Tunnel zum Einsturz, durch den die Hamas wahrscheinlich Terroristen nach Israel einschleusen wollte. Auch innerhalb Israels kam es zu heftigen Protesten. Drei Menschen trugen leichte Verletzungen davon, als Demonstranten im Anschluss an eine Kundgebung in der arabisch-israelischen Stadt Umm El-Fahm Steine auf einen Bus warfen. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman reagierte mit dem Aufruf, Umm El-Fahm zu boykottieren. Die gesamte ­Region von Wadi Ara, in der zahlreiche arabische Dörfer konzentriert liegen, müsse boykottiert werden. Die Bewohner, so Lieberman, «gehören nicht zum Staat Israel» und «sind hier nicht willkommen». Die Anstrengungen gegen den unilateralen Beschluss des US-Präsidenten verlagerten sich unterdessen auf internationale Bühnen. In einer Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga, die am Samstagabend in Kairo stattfand, stellten sich die Aussenminister der Mitgliedsstaaten einstimmig gegen die Ankündigung Trumps und erklärten sie als nichtig. Die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt habe keinerlei rechtliche Bedeutung, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung.

EU fordert Kompensation von 1,2 Millionen Euro

Für die Palästinenser gilt es jetzt, sich die international günstige Stimmung zu Nutze zu machen und vor allem in Europa für eine Anerkennung Palästinas zu wirken. Im Vorfeld des Besuchs von Israels Regierungschef unterzeichneten 56 Mitglieder des EU-Parlaments einen an Benjamin Netanjahu adressierten Aufruf zur Kompensationszahlung in Höhe von 1,2 Millionen Euro für die Zerstörung von EU-finanzierten humanitären Projekten, wie Schulen, Wasserleitungen und Zisternen sowie Energiegewinnungsanlagen. Die Rechnung sei, so heisst es in der von «Haaretz» veröffentlichten Anzeige, «zahlbar bis zum 31. Dezember 2017». Netanjahu war in der Nacht nach Paris geflogen. Zeitgleich demonstrierten Tausende Israelis gegen Korruption und forderten einen Rücktritt Netanjahus.

Susanne Knaul, Jerusalem

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.