Saudi-Arabien
Jamal Khashoggi: ein grausamer Mord mit offenen Fragen

Der gewaltsame Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi stellt das Verhältnis des Westens mit Saudi-Arabien auf die Probe.

Dominik Weingartner
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Der ermordete saudische Journalist Jamal Khashoggi. (Archivbild)

Der ermordete saudische Journalist Jamal Khashoggi. (Archivbild)

KEYSTONE/AP Metafora Production

Der Journalist Jamal Khashoggi wollte am 2. Oktober lediglich Dokumente für seine tags darauf geplante Hochzeit abholen. Kurz nach Betreten des saudischen Konsulats in der türkischen Metropole Istanbul war er tot. Der Fall dominierte über Wochen die Schlagzeilen. Dabei ist es nichts Ungewöhnliches, dass Saudi-Arabien hart gegen Regimekritiker vorgeht.

Das Besondere am Fall Khashoggi war die Dreistigkeit und Grausamkeit, mit der die saudische Führung einen nicht genehmen Journalisten im Ausland ausschalten liess – und dies danach über Wochen abstritt. Inzwischen ist klar, dass Khashoggi im Konsulat getötet worden ist. In Saudi-Arabien wurden fünf Personen wegen Verwicklung in diese Tat festgenommen. Die Staatsanwaltschaft fordert für sie die Todesstrafe.

Kopie von Jamal Khashoggi
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Khashoggi lebte im US-Exil und betrag das saudische Konsulat, um Papiere für seine Hochzeit mit einer Türkin abzuholen.
Kurz nach Kashoggis Verschwinden wurden Gerüchte laut, dass er im Konsulat getötet worden sei. Riad hatte diese Vorwürfe zunächst vehement bestritten.
Nach massivem internationalem Druck räumte der saudische Kronzprinz Mohammed bin Salman ein, dass Kashoggi im Konsulat getötet worden sei.
Allerdings soll es sich laut Saudi-Arabien nicht um eine gezielte Tötung gehandelt und der Kronprinz nichts damit zu tun haben. 18 Verdächtige wurden in Saudi-Arabien festgenommen.
Anders klingt es von Seiten der türkischen Staatsanwaltschaft: Khashoggi sei "gemäss eines zuvor gemachten Plans erwürgt worden, gleich nachdem er das Konsulat betreten hatte"
Der türkische Präsident Erdogan verurteilte den "barbarischen" Mord aufs schärfste.

Kopie von Jamal Khashoggi

Hasan Jamali

Das geopolitische Pfund der Saudis

Es ist vermutlich die nächste Dreistigkeit der Saudis in diesem Fall. Der Verdacht liegt nahe, dass die Verhafteten bloss Bauernopfer sind. Der US-Geheimdienst CIA geht davon aus, dass die Ermordung Khashoggis vom mächtigen Kronprinzen Mohammed bin Salman mindestens gutgeheissen wurde.

Der Kronprinz steht weltweit in der Kritik. Das Geschäften mit Saudi-Arabien ist für westliche Staaten nicht mehr so einfach wie vor dem 2. Oktober. Der öffentliche Druck, den Mord zu sanktionieren, wird immer grösser. Soll die Todesstrafe für die Khashoggi-Mörder dazu dienen, den Status ante quem wiederherzustellen?

Glaubwürdig ist dies nicht. Gleichwohl werden sich die Wogen wohl glätten. Zu wichtig ist Saudi-Arabien als Handelspartner. Noch wichtiger ist das Land aber aus geostrategischer Perspektive als Widersacher des Iran im Nahen und Mittleren Osten.