JOHANNESBURG: Fast 60 Festnahmen nach Protesten in Südafrika

Nach gewaltsamen Protesten gegen das Ergebnis der Parlamentswahl in Südafrika hat die Polizei in Johannesburg 59 Menschen festgenommen. Im Stadtteil Alexandra waren nach Polizeiangaben am Freitag rund 400 Menschen auf die Strasse gegangen.

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Am Samstag sind die Aufräumarbeiten nach den nächtlichen Unruhen im Stadtteil Alexandra in Gange. Die Kinder sind neugierige Zuschauer. (Bild: Keystone)

Am Samstag sind die Aufräumarbeiten nach den nächtlichen Unruhen im Stadtteil Alexandra in Gange. Die Kinder sind neugierige Zuschauer. (Bild: Keystone)

Sie setzten Reifen in Brand und errichteten Barrikaden, die Polizei setzte Blendgranaten und Wasserwerfer ein. Die Menschen demonstrierten damit gegen die Festnahme anderer Demonstranten, die am Vortag gegen angeblichen Wahlbetrug protestiert hatten.

Am Freitagabend wurden auch Soldaten in den Township geschickt, um die Polizei zu unterstützen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Bis Samstagmorgen wurde das Militär aber offenbar wieder abgezogen, wie ein AFP-Fotograf berichtete.

Die Parlamentswahl am Mittwoch hat erneut der Afrikanische Nationalkongress (ANC) gewonnen. Die Partei von Präsident Jacob Zuma erhielt laut dem offiziellen Endergebnis 62,2 Prozent und eroberte damit trotz Stimmverlusten wieder eine absolute Mehrheit.

Am 21. Mai soll das neue Parlament Präsident Zuma für weitere fünf Jahre im Amt bestätigen. Dieser sieht sich seit geraumer Zeit mit Vorwürfen der Korruption und Misswirtschaft konfrontiert.

sda