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Kommentar

Juncker und der Rütli-Schwur

Der abtretende EU-Chef ist von der Schweiz enttäuscht. Der Kommentar.
Remo Hess
Remo Hess

Remo Hess

Jean-Claude Juncker ist ein grosser Freund der Schweiz. Entsprechend tief sitzt beim abtretenden EU-Chef aus Luxemburg der Frust, dass es mit dem «Freundschaftsvertrag» – wie er das Rahmenabkommen nennt – nicht geklappt hat.

Die Sache ist in ihrer emotionalen Bedeutung nicht zu unterschätzen. Juncker ist ein Gefühlsmensch und kann nicht anders: Immer wieder muss er auf das Rahmenabkommen verweisen, welches er so gerne zum Abschluss gebracht hätte – selbst bei seiner Abschlussrede vor dem EU-Parlament.

Jean-Claude Juncker. Bild: Keystone

Jean-Claude Juncker. Bild: Keystone

Die genauen Gründe dahinter zu erfahren, ist schwierig. Auch wenn Juncker zurzeit zahlreiche Abschiedsinterviews gibt: Von Schweizer Journalisten will er nichts wissen. Der enttäuschte Liebhaber straft mit Ignoranz. Immerhin konsequent: In seiner fünfjährigen Amtszeit hat er der Schweizer Presse kein einziges Interview gewährt.

Aber wie es so ist, so drängen Liebes-Traumata manchmal ganz unvermindert an die Oberfläche. Anders ist es kaum zu erklären, dass Juncker jüngst in einem Interview ausgerechnet auf den «Rütli-Schwur» verwies.

Zu einer Frage über die blockierte Beitritts-Debatte von Nordmazedonien und Albanien meinte Juncker: «Wir können doch nicht einfach am Tag des Rütli-Schwurs sagen: Es wird jetzt doch nichts». Was will uns der Kommissionspräsident damit sagen? «Kein Kommentar», heisst es bei der EU-Kommission. Schade. Wir hätten so gerne mehr erfahren.

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