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Kampf um Schweizer Sitz spitzt sich zu

Auslandfranzosen In Zürich war dank des Sechseläutens gestern ein Feiertag. Eingeladen war auch Claudine Schmid, seit Jahrzehnten im Kanton wohnhaft und Abgeordnete des Parti républicain in der französischen Nationalversammlung – als Vertreterin der Auslandfranzosen in der Schweiz und Liechtenstein. Ausserhalb Frankreichs leben nirgends so viele Franzosen wie hierzulande. Von den 180000 angemeldeten Personen sind 133000 im Wahlregister eingetragen. Gut die Hälfte ging am Sonntag zur Urne und löste ein mittleres Erdbeben aus. Traditionell ist die Schweiz eine Bastion der Républicains. Dieses Mal gaben die Auslandfranzosen ihre Stimme am häufigsten aber Emmanuel Macron, er kam auf über 34 Prozent. François ­Fillon, Spitzenkandidat von Schmids Partei, erhielt nur gut 30 Prozent.

Schmid war beim Sechseläuten entsprechend nur bedingt zum Feiern zumute: «Natürlich bin ich enttäuscht. Aber das Resultat hatte sich ja abgezeichnet», sagt die 61-Jährige. Ausschlag­gebend sei gewesen, dass das Wahlprogramm Fillons in der Kampagne nur am Rande thematisiert worden sei, die Polemik rund um die Anstellung seiner Ehefrau dafür umso virulenter. Die Schlappe sei daher vielmehr ein Misstrauensausdruck gegenüber dem Spitzenkandidaten als ein Abstrafen der Partei. Dass sich Macron in der zweiten Runde durchsetzt, steht für Schmid ausser Frage.

Spannender dürften die Parlamentswahlen vom Juni werden. Die grosse Frage wird dann sein, ob es Macrons «En Marche» schafft, die Mehrheit der Sitze zu gewinnen. Schmid hält das für ausgeschlossen. Sie fiebert den Legislativwahlen aber auch aus persönlichem Interesse entgegen, stellt sie sich doch zur ­Wiederwahl für den einzigen Sitz der Schweizer Auslandfranzosen. Angesichts der grossen Popularität von Macron bei den Schweizer Auslandfranzosen ist ihre Wiederwahl aber nicht gesichert – denn «En Marche» macht ihr mit einem eigenen Kandidaten den Platz streitig. Wen sie ins Rennen schicken, will die Bewegung noch nicht verraten. Der Front National steigt mit Jean-­Claude Marchand in die Hosen. Aufgrund der Bedeutungslosigkeit des Front in der Schweiz käme eine Wahl von ihm allerdings einem Wunder gleich.

Antonio Fumagalli

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