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Katholischer Verein will Schwule aus Kirche verbannen

Die Kritik von Papst Franziskus an schwulen Priestern hat den konservativen Verein Pro Ecclesia bestärkt: Er fordert nun den Vatikan auf, die Kirche von «Homo-Netzwerken» zu befreien.
Samuel Schumacher
Fordert eine «neue Nüchternheit» im Umgang mit dem «Problem Homosexualität»: der Churer Weihbischof Marian Eleganti. Bild: Ennio Leanza/Keystone

Fordert eine «neue Nüchternheit» im Umgang mit dem «Problem Homosexualität»: der Churer Weihbischof Marian Eleganti. Bild: Ennio Leanza/Keystone

Mitten in der Adventszeit hat Papst Franziskus eine alte Debatte neu entfacht. In einem neuen Buch äussert er sich kritisch über Homosexuelle im Kirchendienst. Bestärkt durch die Schützenhilfe des Oberhirten, wagt sich jetzt eine konservative Schweizer Gruppierung aus der Deckung: der Verein Pro Ecclesia, der dem umstrittenen Churer Bischof ­Vitus Huonder nahesteht.

Pro Ecclesia hat eine Petition mit dem Titel «Die katholische Kirche von Homo-Netzwerken befreien!» lanciert, die im Januar an den zuständigen Kardinal in Rom überreicht werden soll. Die Petition fordert die Kirche auf, homosexuelle Männer nicht mehr zum Priesteramt zuzulassen und damit einen Teil zur Wiedergutmachung der jüngsten Missbrauchsfälle beizutragen.

Unseliges Verhalten schädige die Kirche

Man sei «in grosser Sorge» um die katholische Kirche, schreibt Pro Ecclesia. Das «unselige Verhalten» von homosexuellen Priestern komme allmählich an die Öffentlichkeit. «Dies schädigt das Ansehen der Kirche und entfremdet die Menschen vom Glauben.» 80 Prozent der Missbrauchsopfer seien männlich. Das zeige, dass die Homosexualität ein Problem darstelle. Pro ­Ecclesia fiel in der Vergangenheit mit Aktionen gegen katholische Laienprediger oder gegen die «gotteslästerliche» Schwyzer Fasnachtsmesse auf. Auch die radikale Forderung nach einem Verbot schwuler Priester gehört zum Repertoire. Das neue Papstbuch habe die Menschen zusätzlich für das Thema sensibilisiert, sagt Pro-Ecclesia-Präsident Herbert Meier. Der ehemalige Aargauer SVP-Grossrat, der in der Antirassismus-Strafnorm eine «ernsthafte Bedrohung» für die Meinungsfreiheit sieht, fordert eine rationale Debatte über das Thema. Einen umstrittenen Beitrag zu dieser Debatte leistete der Churer Weihbischof Marian Eleganti. In einem Interview mit dem katholischen Sender EWTN sagte er im August, dass homosexuelle Priester für den Missbrauchsskandal im US-Bundesstaat Pennsylvania verantwortlich seien. Dort wurden im Sommer 300 Priester des Missbrauchs von über 1000 Minderjährigen überführt.

«Übelster Konservatismus»

Eleganti forderte mit Verweis auf die vielen männlichen Opfer eine «neue Nüchternheit, bevor wir die Homosexualität als eine ebenso wertvolle Variante der Schöpfung anschauen wie die hetero­sexuelle Ehe». Pro-Ecclesia-Präsident Meier sieht das ähnlich: «Es ist wichtig, dass die Hauptursachen der Missbrauchsfälle benannt und unterbunden werden.» Wie viele Unterzeichner man für die Petition schon gewinnen konnte, will Pro Ecclesia nicht verraten. Klar ist: Die Forderung stösst in der katholischen Kirche auf Widerstand. Martin Stewen, Priester der Diözese Chur, sagt: «Genau in dieser Mischung von übelstem Konservatismus und unterdrückter Sexualität liegt die Motivation zu Machtdemonstration durch sexuelles Missbrauchsverhalten.» Pro Ecclesia fördere genau das, was der katholischen Kirche gerade eine ihrer schwersten Krisen bereitet.

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