Grossbritannien
Kaum Zwischenfälle in der vierten Krawallnacht

Nach vier Krawallnächten hat es in Grossbritannien am Abend und den frühen Morgenstunden des Donnerstag nach Medienberichten keine grösseren Zwischenfälle gegeben. Dazu haben möglicherweise das massive Polizeiaufgebot aber auch der heftige Regen beigetragen.

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Ein Polizist streichelt auf einem Routinerundgang in Hackney (Nord London) einen Hund
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Starke Polizeipräsenz in den Strassen von London
Krawalle in London vom Mittwoch, 10.8.2011
Polizisten nehmen in Camden, Nord London, eine Frau fest
Störenfried wird von Polizei getragen
Randalierer in den Händen der Polizei
Polizisten schützen sich gegen Randalierer

Ein Polizist streichelt auf einem Routinerundgang in Hackney (Nord London) einen Hund

Keystone

Die Polizei nahm im Zusammenhang mit den Krawallen inzwischen fast 1200 Personen fest. Allein in London, wo es zu den schwersten Ausschreitungen kam, gab es 820 Festnahmen, wie die Behörden mitteilten. 279 von ihnen seien wegen diverser Straftaten angeklagt.

Erste Randalierer wurden bereits zu Haftstrafen verurteilt. Zwei Männer, die an Ausschreitungen in Manchester beteiligt waren, müssen für 10 beziehungsweise 16 Wochen hinter Gitter, wie die Polizei der nordenglischen Stadt nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA mitteilte. Viele weitere Beteiligte würden folgen, hiess es.

Sondersitzung

Wegen der Unruhen wollte am Donnerstag das Parlament in London zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Premierminister David Cameron hatte gekündigt, schärfer gegen Randalierer vorgehen zu wollen. Angesichts der landesweiten Ausschreitungen müssten alle denkbaren Schritte zur Wiederherstellung der Ordnung ergriffen werden, sagte der Regierungschef.

Die Krawalle waren am Samstag im nördlichen Londoner Stadtteil Tottenham ausgebrochen und hatten sich in den vergangenen Tagen immer weiter ausgebreitet. Auslöser war der Tod eines 29 Jahre alten dunkelhäutigen Familienvaters, der von der Polizei erschossen worden war.

Ballistische Untersuchungen ergaben, dass der Mann selbst nicht auf die Polizisten geschossen hatte. Das hatte Scotland Yard zuvor behauptet.