Deutschland
Kavallerie-Steinbrück: Er knickt bei Umfragewerten ein und muss sich Kritik anhören

SPD-Kanzlerkandidat hat derzeit nicht gut lachen: Bei der letzten Umfrage kam er nur noch auf mickrige 32 Prozent Zustimmung. Zudem erntet er Kritik für seine Vorschläge zu Banken und getrenntem Sportunterricht.

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Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat die niedrigsten Zustimmungswerte seit seinem Wechsel in die Bundespolitik im Mai 2005.

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat die niedrigsten Zustimmungswerte seit seinem Wechsel in die Bundespolitik im Mai 2005.

Keystone

Noch lediglich 32 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück zufrieden. Dies zeigt die neueste Umfrage der ARD-Deutschlandtrend. Dies ist die niedrigste Zustimmungsrate seit seinem Wechsel in die Bundespolitik im Mai 2005. Seine Kontrahentin, CDU-Kanzlerin Angela Merkel, liegt deutlich vorne: 68 Prozent sind mit ihr zufrieden.

Bei der Direktwahlfrage ist der Abstand zwischen Merkel und Steinbrück zudem so gross wie noch nie. Wenn die Deutschen ihre Bundeskanzlerin oder ihren Bundeskanzler direkt wählen könnten, würden sich 60 Prozent für Merkel entscheiden – das sind zwei Punkte mehr im Vergleich zum Vormonat. Nur 25 Prozent würden hingegen Steinbrück wählen.

Steinbrück will Sportunterricht getrennt nach Geschlechtern

Trotz der miserablen Umfragewerte arbeitet Steinbrück an seinem Image als harter Hund. Angesichts der Enthüllungen zu versteckten Millionen in Steueroasen fordert der Sozialdemokrat harte Konsequenzen für beteiligte Banken. Im äusserten Fall müsse man diesen sogar die Bankenlizenz entziehen. «Steuerhinterziehung und Steuerbetrug sind keine Kavaliersdelikte, sondern kriminell», sagte Steinbrück dazu, der die Schweiz einst mit seiner Kavallerie-Drohung im Steuerstreit verärgerte.

Bei einer Veranstaltung am Mittwochabend in Berlin sagte Steinbrück zudem, dass er für getrennten Sportunterricht von Mädchen und Jungen sei. «Wenn die Schulen es einrichten können, sollten sie da Rücksicht auf die religiösen Gefühle nehmen und getrennten Sportunterricht anbieten.» Auch diese Äusserung stiess gleich auf harte Kritik. FDP-Innenpolitiker Serkan Tören sagte zur deutschen Zeitung «Bild»: «Wer Jungen und Mädchen trennt, der spaltet die Gesellschaft. Getrennter Unterricht ist auch ein ganz falsches Signal für die Integration von Muslimen in Deutschland.» (fam)