USA
Keine Anklage gegen Dienstboten der Schweizer Botschaft in Washington

Die Washingtoner Strafverfolgungsbehörden sehen davon ab, einem Dienstboten der Schweizer Botschaft in der US-Hauptstadt wegen eines tödlichen Autounfalls den Prozess zu machen. Dies geben die Anwälte in einer Gerichtseingabe bekannt.

Renzo Ruf, Washington
Merken
Drucken
Teilen
Die Schweizer Botschaft in Washington

Die Schweizer Botschaft in Washington

Keystone

Der heute 41-Jährige K.M. hatte im Oktober 2011 auf einer Washingtoner Ausfallstrasse mit einem Geländewagen eine Frau angefahren und tödlich verletzt. Daraufhin verlangte der Wittwer des Opfers K.M. und seine Arbeitgeberin, die Eidgenossenschaft, auf Schadenersatz von mindestens 10 Millionen Dollar - weil sich der Fahrer «fahrlässig und rücksichtslos» verhalten habe.

Dieses Zivilverfahren wurde aber auf Eis gelegt, weil parallel dazu gegen K.M. strafrechtliche Ermittlungen liefen. Diese sind nun abgeschlossen worden, ohne dass es zu einer Anklage kommt.

Bei dem Dienstboten der Botschaft handelt es sich um einen der beiden Hausangestellten von Hannibal Gaddafi, die im Sommer 2008 mit ihrem Anruf an die Genfer Polizei die schwere diplomatische Krise zwischen der Schweiz und Libyen auslösten. Die beiden Gaddafi-Angestellten reisten 2009 auf Geheiss des Aussenministeriums EDA nach Washington - angeblich, weil ihre Sicherheit in der Schweiz nicht gewährleistet werden konnte. Ihr derzeitiger Aufenthaltsort ist nicht bekannt.