Konstanz (D)
Kleinflugzeug stürzt in Bodensee – Unglückspilot war ein Aargauer Unternehmer

Ein Kleinflugzeug ist am Dienstagmittag vor Konstanz in den Bodensee gestürzt. Die Maschine, die von Zürich nach Hamburg unterwegs war, sank vor der Insel Mainau. Beide Insassen werden vermisst. Beim Unglückspiloten handelt es sich um einen Aargauer.

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Flugzeugabsturz Bodensee
11 Bilder
Bis in 60 Meter Tiefe ist das Flugzeug abgesunken.
Die Einsatzkräfte suchten auch am Tag nach dem Absturz noch nach der Unglücksmaschine.
Am Absturztag, Dienstag, musste die Suche witterungsbedingt unterbrochen werden.
Die Polizei hat die mutmassliche Absturzstelle mit Bojen markiert.
In der Nähe der Bojen sind Verunreinigungen aufgetaucht.
Das Flugzeug stürzte am Dienstag kurz nach halb zwölf Uhr in den Bodensee.
Die Polizei hat Flugzeugteile aus dem See geborgen.
Die Absturzursache ist unklar.
Die Aufzeichnung zeigt, wie der Flug der Piper über dem Bodensee endete.
Beim Unglücksflugzeug handelt es sich um eine Piper Malibu, wie sie hier am Flughafen Zürich steht.

Flugzeugabsturz Bodensee

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Wie ein Polizeisprecher sagte, sank das Geschäftsflugzeug gegen 12 Uhr etwa 200 Meter nordöstlich der Insel Mainau. Nach bisherigen Erkenntnissen war das Flugzeug mit zwei Personen besetzt. Wie die az aus verlässlicher Quelle weiss, handelt es sich beim Unglückspiloten um einen 74-jährigen Unternehmer aus Wohlen.

Ein Sprecher der Feuerwehr berichtete, dass Leichenteile gefunden worden seien. Feuerwehrsprecher Christopher Kutschker und ein Polizeisprecher vor Ort gingen davon aus, dass beide Insassen tot sind.

Ein Augenzeuge berichtet, sein Sohn habe gesehen, wie das Flugzeug einen Looping gemacht habe. Offenbar hatte es Schwierigkeiten in der Luft. Laut dem Augenzeugen brach ein Teil der Tragfläche ab und die Maschine stürzte fast senkrecht in den See. Beim Aufprall hatte es eine Geschwindigkeit von rund 200 km/h.

Trümmerteile gefunden

Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr eilten zur Absturzstelle. Ein Helikopter der Bundespolizei flog über dem Bereich, um zu sehen ob sich möglicherweise Kerosin im Bodensee ausbreitet. Die Wasserschutzpolizei war mit einem Tauchroboter im Einsatz. Anhand von dessen Aufzeichnungen sollte entschieden werden, wie die Maschine zu bergen ist.

Das Flugzeug war laut Polizei gegen 11.30 Uhr vom Flughafen Zürich in Richtung Hamburg gestartet. Um 11.53 Uhr teilten Zeugen dem Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Konstanz den Absturz mit. Am Absturzort soll der Bodensee rund 60 Meter tief sein. Die Wasserschutzpolizei hat bereits Trümmerteile an der Wasseroberfläche entdeckt.

Unweit vor Konstanz stürzte das Kleinflugzeug in den Bodensee.

Unweit vor Konstanz stürzte das Kleinflugzeug in den Bodensee.

Screenshot Google Maps

Moderate Turbulenzen

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde in den Flugwetterkarten vom Dienstag darauf hingewiesen, dass es - bedingt durch Fallwinde in den Alpen - moderate Turbulenzen über dem Bodensee geben kann. Damit seien zum Beispiel schnelle Windänderungen gemeint, erklärte ein DWD-Sprecher.

Am Boden habe laut Aufzeichnungen der Wetterstation Konstanz "normales, unspektakuläres Wetter" geherrscht mit schwachen Windgeschwindigkeiten und ohne Niederschlag.

Jugendliche hörten Absturz

Von einem Jugendzeltlager in Konstanz aus haben nach Polizeiangaben Kinder und Jugendliche den Sturzflug gesehen und den Aufprall gehört. Wegen der Bäume am Ufer hätten sie aber im Moment des Aufpralls keinen Sichtkontakt gehabt, so ein Polizeisprecher.

Auf der international bekannten Blumeninsel Mainau im Bodensee konnte man den Vorfall nach Angaben der Pressestelle der Inselverwaltung nicht sehen. Die Nordseite der Insel sei bewaldet und nicht für Besucher zugänglich, sagte eine Pressesprecherin.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig hat ihre Fachleute vor Ort geschickt. Nach Angaben eines Sprechers werden sie nach Möglichkeit bei Erkundungen der Absturzstelle mit dem Boot dabei sein. Sollte das Flugzeug geborgen werden, untersuchen es die Experten. Auch Wetterdaten vom Unfallort werten sie aus.