Kolumne
«U20»: Unnötiges Schulwissen

Momberto Sperduto, Schüler der Fachmittelschule Sursee, zweifelt die Auswahl des Lernstoffs an der Schule an.

Momberto Sperduto, 16, Fachmittelschule Sursee
Momberto Sperduto, 16, Fachmittelschule Sursee
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Wir kennen alle dieses Szenario: Es ist der Abend vor der Biologieprüfung, und man hat noch nicht angefangen zu lernen. Man liest sich erstmals die Lernziele durch und realisiert schnell, dass die Hoffnung schon so gut wie verloren ist. Jedoch fängt man doch noch optimistisch an, sich den Stoff für die Prüfung zu merken. Man liest sich die Notizen durch, welche man im Unterricht gemacht hat, man liest sich mehrere Seiten im Skript durch, man liest sich unzählige Seiten im Biologiebuch durch, aber nach einer halben Stunde hat man dann schon rasch gemerkt, dass man auf die Schnelle nicht mehr so viele dieser unnützen Informationen in den Kopf bekommt.

Nach mehreren stressigen Stunden legt man sich todmüde ins Bett, bis man schliesslich einschläft. Wenn man dann am nächsten Morgen im Bus sitzt, probiert man, sich noch die letzten Informationen in den Kopf zu quetschen, jedoch ohne Erfolg. Schliesslich kommt man in der Schule an und schreibt die Prüfung mit einem mulmigen Gefühl im Bauch. Nachdem man dann aber die Prüfung geschrieben hat, ist man ganz erleichtert, denn man hat es endlich hinter sich. So geht es zumindest mir bei den meisten Prüfungen.

Daraufhin fragt man sich, warum man die Hälfte des Lernstoffes überhaupt durchgenommen hat. Es kann ja schon an mir und an meiner fehlenden Lern-Motivation liegen, aber ich denke auch, dass die meisten meiner Mitschüler den Prüfungsstoff sowieso nach einem Tag schon wieder komplett vergessen haben. Meiner Meinung nach sollte man an der Schule häufiger etwas über aktuelle und relevante Themen wie zum Beispiel den Klimawandel lernen. Manche würden an dieser Stelle sagen, dass es gut ist, dass man eine gewisse Grundbildung hat, jedoch habe ich das Gefühl, dass ich in zehn Jahren nicht mehr wissen muss, dass die Mitochondrien die Kraftwerke der Zelle sind.

In der Kolumne «U20» äussern sich Kantonsschüler zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.