Somalia

Kommandoaktion in Somalia: «Westlicher» Angriff auf Al-Shabaab-Miliz

Die somalische Al-Shabaab-Miliz vermeldet einen Angriff «westlicher» Soldaten in der Nacht auf Samstag. Ziel der Kommandoaktion war anscheinend der aus Tschetschenien stammende Islamisten-Führer Abu Diyad. Wer den Angriff durchführte ist unklar.

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Somalische Al-Shabaab-Miliz vermeldet Angriff «westlicher» Soldaten
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Die islamistische Al-Shabaab-Miliz in Somalia vermeldete ein Angriff «westlicher» Soldaten.
Die islamistische Al-Shabaab-Miliz in Somalia vermeldete ein Angriff «westlicher» Soldaten.
Die Al-Shabaab Miliz wird auch für die Geiselnahme im Einkaufscenter in der kenianischen Hauptstadt Nairobi verantwortlich gemacht.
Die Al-Shabaab Miliz wird auch für die Geiselnahme im Einkaufscenter in der kenianischen Hauptstadt Nairobi verantwortlich gemacht.
Die Al-Shabaab Miliz wird auch für die Geiselnahme im Einkaufscenter in der kenianischen Hauptstadt Nairobi verantwortlich gemacht.

Somalische Al-Shabaab-Miliz vermeldet Angriff «westlicher» Soldaten

Keystone

Nach Angaben somalischer Islamisten haben «westliche» Soldaten in der Nacht zum Samstag ein Haus in der Küstenstadt Barawe angegriffen und dabei bis zu sieben ihrer Kämpfer getötet. Ausländische Truppen seien mit Booten an der Küste angelandet, sagte ein Sprecher der Al-Shabaab-Miliz.

Ihre Kämpfer hätten das Feuer auf die Angreifer eröffnet. An der Operation seien weder Flugzeuge noch Helikopter beteiligt gewesen.

Ein Milizsprecher sprach im örtlichen Radiosender allerdings von einem Angriff mit Helikoptern. Anwohner bestätigten, dass mehrere Helikopter in der Nacht über der Stadt geflogen seien.

Nach Informationen aus somalischen Sicherheitskreisen zielte der Angriff auf den aus Tschetschenien stammenden Al-Shabaab-Führer Abu Diyad, auch bekannt als Abu Ciyad.

Französische Armee nicht im Einsatz

Wer den Angriff durchgeführt hat, blieb bis am Samstagabend unklar: Ein Geheimdienstmitarbeiter in der Hauptstadt Mogadischu sagte, die Angreifer seien französischen Soldaten gewesen. Sie hätten einen Leibwächter Abu Diyads getötet und ihn selbst verwundet. Die französische Armee erklärte allerdings, sie habe niemanden in dem Gebiet im Einsatz.

Ein anderer Informant aus Geheimdienstkreisen sagte, der Angriff sei von US-Truppen ausgeführt worden. Auch nach seiner Darstellung war das Ziel ein ausländischer Al-Shabaab-Anführer.

Ein Sprecher der Al-Shabaab-Miliz sagte, britische und türkische Spezialkräfte hätten das Haus angegriffen. Der Kommandant der britischen Spezialeinheit sei dabei getötet worden. Vier weitere britische Soldaten seien schwer verwundet worden.

Auch ein türkischer Soldat habe Verletzungen erlitten. Die Darstellung der Al-Shabaab konnte zunächst nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.

Möglicher Zusammenhang mit Geiselnahme

Einwohner der Stadt Barawe, die rund 180 Kilometer südlich von Mogadischu liegt, berichteten von lautem Gefechtslärm in der Nacht. Nach Angaben des Al-Shabaab-Sprechers benutzten die Angreifer Gewehre mit Schalldämpfern. "Die Waffen die zu hören gewesen waren, waren unsere", sagt er.

Ob es einen Zusammenhang zwischen der Aktion und der kürzlichen Geiselnahme durch Al-Shabaab-Extremisten in einem Einkaufszentrum der kenianischen Hauptstadt Nairobi gibt, ist unklar. Die NATO erklärte, sie sei nicht in eine Aktion in Somalia involviert.

Ein Sprecher des Anti-Piraten-Einsatzes der Europäischen Union (Navfor) sagte: "Wir waren an keinerlei Operation dort beteiligt." Die kenianischen Streitkräfte, die im Süden Somalias stationiert sind, waren für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Mehrfach Aktionen der NATO-Staaten

Kriegsschiffe von NATO-Staaten patrouillieren seit Jahren vor der somalischen Küste, um Piratenüberfälle zu verhindern und die Aktivität von Extremisten in der Region zu kontrollieren. Dabei gab es auch mehrfach Aktionen von Schiffen aus gegen Ziele an der Küste.