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KOMMENTAR: Ein Geschenk an Grillo

Dominik Straub, Rom
Dominik Straub (Bild: LZ)

Dominik Straub (Bild: LZ)

Die Spaltung der grössten italienischen Regierungspartei macht sprachlos: Noch nie war eine Selbstzerfleischung unnötiger, noch selten der Zeitpunkt ungünstiger: Das hochverschuldete Italien steht vor schwierigen politischen Herausforderungen in einem globalen Umfeld, in dem kaum ein Stein auf dem anderen bleibt. Der Streit zwischen Ex-Premier Renzi und seinen Gegnern erinnert an einen Kindergarten: «Du hast mir meine Sandburg kaputt gemacht, jetzt mache ich deine kaputt!»

Der PD, entstanden vor zehn Jahren, war eine Zangengeburt gewesen. Denn es wurden zwei ehemalige politische Todfeinde fusioniert: Ex-Kommunisten und der soziale Flügel der Ex-Christdemokraten. Die Koexistenz in der neuen, sozialdemokratischen Partei war immer schwierig – doch unter Matteo Renzi ist der PD zur stimmenstärksten Linkspartei Europas geworden. Wegen des nicht nachvollziehbaren Hahnenkampfes dreier Platz­hirsche – Ex-Premier Massimo D’Alema, Ex-PD-Chef Pier Luigi Bersani und Ex-Premier Matteo Renzi – zerfällt das Fusionsprodukt nun wieder in seine Einzelteile.

Die lachenden Dritten werden die Populisten sein – die zwischen extrem links und weit rechts umhergeisternde Protestbewegung Movimento 5 Stelle von Beppe Grillo sowie die Lega Nord. Weder die in den Umfragen führenden «Grillini» noch die Lega Nord werden zwar bei Neuwahlen eine regierungsfähige Mehrheit erringen. Doch in einer Koalition nach den Wahlen scheint eine Mehrheit durchaus möglich. Die Spaltung des PD, betonte gestern Walter Veltroni, einer seiner Mitgründer, gefährde deshalb nicht nur die italienische Demokratie, sondern die ganze EU.

Dominik Straub, Rom

nachrichten@luzernerzeitung.ch

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