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KOMMUNIKATION: Korea-Konflikt: Das rote Telefon klingelt wieder

Nord- und Südkorea haben die Kommunikation vorläufig wieder aufgenommen. US-Präsident Donald Trump heizt derweil das verbale Gefecht mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un weiter an.
Angela Köhler, Tokio
Seit gestern wieder in Betrieb: das rote Telefon in Panmunjeom, einer Einrichtung in der demilitarisierten Zone (DMZ) zwischen Nord- und Südkorea. (Bild: Vereinigungsministerium/EPA (3. Januar 2018))

Seit gestern wieder in Betrieb: das rote Telefon in Panmunjeom, einer Einrichtung in der demilitarisierten Zone (DMZ) zwischen Nord- und Südkorea. (Bild: Vereinigungsministerium/EPA (3. Januar 2018))

Angela Köhler, Tokio

Was ist im schwelenden Korea-Konflikt hilfreicher: leise oder laute Töne? Südkorea hat sich ganz eindeutig für einen besonnenen Umgang mit der Diktatur in Pjöngjang entschieden. Seoul aktivierte am Mittwoch das rote Telefon an der Grenze zwischen beiden verfeindeten Bruderstaaten – bemerkenswerterweise war der Anstoss dafür von der nordkoreanischen Seite gekommen. Stunden zuvor liess Diktator Kim Jong Un über den Amtsrundfunk verkünden, den seit Jahren abgeschalteten Kanal wieder zu öffnen. Nordkoreas Vorsitzender des staatlichen Ausschusses für eine friedliche Wiedervereinigung, Ri Son Gwon, teilte mit, man werde versuchen, sich auf eine «ernste und vorsichtige» Art und Weise mit Südkorea einzulassen.

Die Regierung in Seoul ihrerseits wertete den Vorstoss aus Pjöngjang als wichtigen Schritt, den auf Eis liegenden Dialog wieder aufzunehmen. Präsidentensprecher Yoon Young Chan erklärte: «Dies schafft ein Umfeld, in dem jederzeit direkte Kommunikation möglich ist.» Südkorea wolle nun versuchen, die Telefonleitung zu nutzen, um über eine gewisse Kooperation während der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang zu reden.

Zweifel an der Redlichkeit nordkoreanischer Absichten

So verheissungsvoll dieser Neustart klingt, ein Durchbruch zum friedlichen Dialog ist damit noch nicht erreicht. Bisher hat Nordkorea noch nicht offiziell auf das Gesprächsangebot aus dem Süden reagiert. Seoul hatte für den 9. Januar diplomatische Kontakte auf hoher Ebene offeriert. Aber Südkoreas Staatschef hatte gleichzeitig auch allzu hohe Erwartungen daran gedämpft. Eine solche Verbesserung der Beziehungen mit dem Norden könne nicht von der Lösung des Atomstreits getrennt werden. Er wies sein Aussenamt an, sich über weitere Schritte eng mit den Alliierten – den USA und Japan – abzustimmen, damit beide Probleme «zur gleichen Zeit» behandelt werden könnten.

Zweifel an der Redlichkeit nordkoreanischer Absichten kommen vor allem von Seiten der USA. UNO-Botschafterin Nikki Haley sagte vor Reportern, die Vereinigten Staaten würden keine Gespräche ernst nehmen, wenn dabei nicht zugleich etwas für ein Atomwaffenverbot in Nordkorea herauskäme. Derweil heizte US-Präsident Donald Trump das verbale Gefecht weiter an. Auf Twitter schrieb der Chef des Weissen Hauses, er habe einen «viel grösseren und mächtigeren» Atomknopf als Nordkoreas Führer. «Und mein Knopf funktioniert.» Trump konterte damit Kim Jong Uns Säbelrasseln aus dessen Neujahrsansprache, auf seinem Schreibtisch stehe stets der Atomknopf bereit.

Trump soll wie ein Kriegstreiber dastehen

Vieles spricht dafür, dass Diktator Kim erkannt hat, dass die Olympischen Winterspiele in seiner Nachbarschaft auch die Chance bieten, einen Keil zwischen die Weltgemeinschaft zu treiben und vor allem US-Präsident Trump wie einen Kriegstreiber aussehen zu lassen.

Das Angebot, die Spiele nicht zu boykottieren oder gar zu stören, ist ein geschickter Schachzug. Allerdings ist kaum davon auszugehen, dass Kim Jong Un nun plötzlich vom olympischen Geist beseelt wurde. Sein Einlenken könnte als erste Reaktion auf die UNO-Sanktionen gewertet werden. Ab 1. Januar gelten erneut verschärfte Bedingungen für den Handel mit Nordkorea. Die offiziell erlaubte Importmenge an Öl soll auf einen Fünftel reduziert werden. Auch der Import von Industriegütern, Fahrzeugen und Rohstoffen wird stark limitiert. Dies trifft das Regime empfindlich, wie auch die Verschärfung der Exportregeln auf Holz und ­Fischereiprodukte – die bislang wichtigsten Devisenquellen Nordkoreas. Selbst wenn das Embargo auch dieses Mal wieder von Geschäftsleuten in China und Russland unterwandert wird – steter Tropfen höhlt den Stein.

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