KONKLAVE: Abt Werlen: «Unruhe in der Kirche ist wichtig»

Vor der Wahl des Papstes ist die Kirche in Aufruhr. Das ist genau richtig so, findet Abt Martin Werlen vom Kloster Einsiedeln.

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Bevor sie aus ihrer Mitte den neuen Papst wählen, verbringen die Kardinäle in Rom viel Zeit beim Gebet. Das Bild stammt vom Mittwoch im Petersdom, in der Bildmitte ist Kardinal Luis Antonio Tagle, Bischof von Manila, zu sehen, der als einer der Favoriten für das Papstamt gilt. (Bild: Keystone)

Bevor sie aus ihrer Mitte den neuen Papst wählen, verbringen die Kardinäle in Rom viel Zeit beim Gebet. Das Bild stammt vom Mittwoch im Petersdom, in der Bildmitte ist Kardinal Luis Antonio Tagle, Bischof von Manila, zu sehen, der als einer der Favoriten für das Papstamt gilt. (Bild: Keystone)

Auch am Donnerstag haben die Kardinäle in Rom darüber beraten, wann die Papstwahl, das sogenannte Konklave, beginnen soll. In zwei Sitzungen haben sich die Purpurträger mit den Vorbereitungen auf das bevorstehende Ereignis befasst. Sie erwarteten ausserdem die Ankunft des Vietnamesen Jean-Baptiste Pham Minh Mân. Mit ihm wären alle 115 wahlberechtigten Kardinäle zugegen. Ab diesem Zeitpunkt kann ein definitives Datum festgelegt werden. Beobachter gehen weiterhin davon aus, dass das Konklave durchaus bereits am kommenden Montag beginnen könnte. Spekuliert wird aber auch über Spannungen unter den Kardinälen. Nordamerikanische Purpurträger suchten nach Medienberichten die Unterstützung afrikanischer und südamerikanischer Kollegen für einen nichteuropäischen Kandidaten, da aus Europa kein moderner Papst kommen könne.

Abt Martin Werlen: «Es ist wichtig für die Kirche, dass sie nicht einfach sitzen bleibt, sondern die Herausforderungen der Zeit annimmt.» (Bild: Archiv Neue LZ)

Abt Martin Werlen: «Es ist wichtig für die Kirche, dass sie nicht einfach sitzen bleibt, sondern die Herausforderungen der Zeit annimmt.» (Bild: Archiv Neue LZ)

«Herausforderungen annehmen»

Dass innerhalb der katholischen Kirche vor der Wahl des neuen Pontifex Aufruhr herrscht, findet Abt Martin Werlen vom Kloster Einsiedeln nicht schlecht - ganz im Gegenteil, wie er im Interview mit der Neuen Luzerner Zeitung sagt.

«Nach der Amtsniederlegung des Papstes wurde ich von einer Journalistin gefragt, ob diese Entscheidung des Papstes nicht eine grosse Unruhe in die Kirche bringen werde. Und ich antwortete ihr: ‹Hoffentlich!›» Werlen ist überzeugt, dass die Kirche «Bewegung» braucht, «es ist wichtig für die Kirche, dass sie nicht einfach sitzen bleibt, sondern die neuen Herausforderungen der Zeit annimmt». Auch bezüglich der Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche komme auf den neuen Papst eine grosse Aufgabe zu - er müsse sich dem Thema offen stellen.

pi/red

Das ganze Interview mit Abt Martin Werlen lesen Sie am 8. März in der Neuen LZ und im E-Paper.

Hinweis:

Weitere Artikel zur Papstwahl finden Sie in unserem Dossier auf www.luzernerzeitung.ch/papst