Präsidentenamt
Konkurrenz für Trump: Kandidiert jetzt Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey?

Ihre kämpferische Rede zur Metoo-Debatte bei den Golden Globes hat weit über Hollywood hinaus für Begeisterung gesorgt. Steigt US-Talkstar Oprah Winfrey 2020 gegen Donald Trump in den Ring?

Renzo Ruf, Washington
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An den diesjährigen Golden Globes wurde Oprah Winfrey für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
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Oprah Winfrey ist geschäftstüchtig, TV-erprobt und hat keine politische Erfahrung - wie Donald Trump. Wenn er Präsident werden konnte, warum nicht auch sie, deutete sie bereits in einer TV-Talkshow an. (Archivbild)
Oprah Winfrey
Winfrey ist seit Jahren mit den Obamas befreundet. Im Bild: Obama überreicht Winfrey die Friedensmedaille im Jahr 2013.
Schafft es immer wieder in die Topliste der bestbezahlten Frauen Hollywoods: Oprah Winfrey. Ihr Vermögen wird auf drei Milliarden Dollar geschätzt.

An den diesjährigen Golden Globes wurde Oprah Winfrey für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Paul Drinkwater

Vielleicht meint sie es wirklich ernst. Personen aus dem Umfeld von Oprah Winfrey behaupteten jedenfalls am Montag, die langjährige Talkshow-Moderatorin spiele mit dem Gedanken, sich im Jahr 2020 um die amerikanische Präsidentschaft zu bewerben. Freunde und Bekannte jedenfalls hätten ihr bereits zugesichert, sie bei diesem Unterfangen zu unterstützen, berichtete der Medienjournalist Brian Stelter, der für den Nachrichtensender CNN arbeitet. «Es hängt vom amerikanischen Volk ab», sagte Stedman Graham, der langjährige Partner Winfreys, der «Los Angeles Times». «Sie würde es zweifelsfrei tun.»

Nun ist es keineswegs neu, dass in Hollywood und New York über die politischen Ambitionen der 63-jährigen Afroamerikanerin spekuliert wird. So sagte ein gewisser Donald Trump vor 20 Jahren während eines Interviews mit dem Moderator Larry King: «Oprah wäre meine erste Wahl», falls er sich auf die Suche nach einer Kandidatin für das Vizepräsidium machen müsste. Spätestens seit der Wahl Trumps stellt sich Oprah dieser Debatte zumindest. So scherzte sie im vorigen Frühjahr in einer Gesprächssendung mit dem Investor David Rubenstein, dass sie früher immer der Meinung gewesen sei, ein Präsident müsse über Erfahrung und entsprechende Kenntnisse verfügen. «Nun aber denke ich: Oh!»

Flammende Rede

Anlass für die neuste Runde an Spekulationen gab eine fesselnde Rede, die Winfrey am Sonntag während der jährlichen «Golden Globe»-Gala in Los Angeles hielt – an der sie mit einem Preis für ihr Lebenswerk belohnt wurde. In ihrer Dankesrede erinnerte sie an die Bedeutung der freien Presse und an die Wichtigkeit des Kampfes gegen Rassismus und Sexismus. «Ich will, dass alle Mädchen, die zuschauen, wissen, dass bald ein neuer Tag anbrechen wird. Und wenn dieser neue Tag endlich beginnt, dann haben wir dies einer ganzen Reihe wunderbarer Frauen zu verdanken», sagte Winfrey, und das versammelte Publikum brach in eine Standing Ovation aus.

Winfrey gilt als Parteigängerin der Demokraten; im Wahlkampf 2008 ergriff sie Partei für Barack Obama und warb für ihn in diversen Staaten um Stimmen.

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