Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KOREA-KONFLIKT: Seoul nimmt Kim Jong Un in die Pflicht

Zum ersten Mal seit Jahren könnten wieder Gespräche zwischen den verfeindeten koreanischen Bruderstaaten stattfinden. Die südkoreanische Regierung hat prompt auf ein Gesprächsangebot des nordkoreanischen Diktators anlässlich der Olympiade reagiert.
Südkoreas Präsident Moon Jae am Apparat: Die Telefonleitung zwischen Nord- und Südkorea soll wieder geöffnet werden. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/EPA YNA/YONHAP)

Südkoreas Präsident Moon Jae am Apparat: Die Telefonleitung zwischen Nord- und Südkorea soll wieder geöffnet werden. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/EPA YNA/YONHAP)

Südkoreas Regierung nimmt den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un, der bilaterale Gespräche in Aussicht gestellt hat, beim Wort und schlägt ein «hochran­giges Gespräch» vor. Bereits am 9. Januar könnten sich die Emissäre beider Staaten am Grenzkontrollpunkt Panmunjom treffen.

Südkoreas Minister für nationale Einheit, Cho Myong Gyon, überbrachte die Einladung per Video. Seit 2015 liegen die direkten Kontakte zwischen beiden Staaten auf Eis. Wenn Kim seine eigene Neujahrsbotschaft ernst nimmt, müsste er das Gesprächsangebot annehmen. Die militärischen Spannungen sollten reduziert werden, sagte Kim in seiner Ansprache. Darin wünschte er den Olympischen Winterspielen in Südkorea Erfolg und stellte sogar in Aussicht, dass eine nordkoreanische Delegation dar­an teilnehmen werde.

Cho sprach den Wunsch seiner Regierung aus, auch direkt über eine Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen zu sprechen. Südkorea sei bereit, dafür einen Minister zu entsenden. Dennoch ist man in Seoul skeptisch, ob Kim tatsächlich zu ernsthaften Gesprächen bereit ist. Es könnte in Kims Kalkül liegen, einen Keil zwischen Südkorea und seine Verbündeten zu treiben.

Moon will sich eng mit den USA und Japan abstimmen

Staatschef Moon Jae In deutete deshalb gestern an, dass eine Verbesserung der Beziehungen mit dem Norden nicht von der Lösung des Atomstreits getrennt werden könne. Er wies das Aussenministerium an, sich über weitere Schritte eng mit den Alliierten – also den USA und Japan – abzustimmen. In seiner Neujahrsbotschaft hatte Kim auch verkündet, dass Nordkorea in Zukunft atomare Sprengköpfe und ballistische Raketen «in Massenproduktion» fertigen wolle.

Moon hatte Kim bereits im Juli Militärgespräche und ein Treffen der Rotkreuzverbände über humanitäre Fragen angeboten. Pjöngjang war aber darauf nicht eingegangen. Auch jetzt gibt es noch keine Reaktion auf den südkoreanischen Vorschlag. Dennoch wären Sondergespräche über die Olympiade denkbar. Ein Eiskunstlaufpaar aus dem Norden hatte sich eigentlich für die Spiele qualifiziert. Doch das Regime liess die offizielle Anmeldefrist ungenutzt verstreichen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) könnte nun eine sportliche Lösung ermöglichen.

Olympiade findet nahe der Grenzzone statt

Die Austragungsorte der Winterspiele, Pyeongchang und Gangneung, liegen nur 80 Kilometer von der demilitarisierten Grenzzone entfernt. Südkoreas Präsident Moon schlug im vergangenen Monat vor, für die Dauer der Spiele auf grosse gemeinsame Manöver mit den USA zu verzichten, da Pjöngjang dies stets als Provokation aufgefasst habe.

Südkorea hatte 1988 die Olym­pischen Sommerspiele veranstaltet. Bei der Vergabe an Südkorea hatte Pjöngjang damals versucht, sich die Austragung der Hälfte der Wettbewerbe zu sichern. Aber weder Seoul noch das IOC gingen darauf ein. Mit einigen wenigen Wettkämpfen wollte sich der Norden jedoch nicht abfinden und blieb seinerzeit den Sommerspielen fern.

Angela Köhler, Tokio

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.