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Korea während den Olympischen Spielen: Die Chance nutzen

China-Korrespondent Felix Lee über die verhaltene Annäherung zweier Feinde.
Felix Lee, Peking
Felix Lee

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Wie schafft der nordkoreanische Diktator das nur? Noch vor wenigen Wochen richtete Kim Jong Un eine Hasstirade nach der anderen gegen Südkorea und drohte gar mit einem Atomkrieg. Und nun? Ein paar wenige versöhnliche Worte scheinen zu genügen – schon wird der südkoreanische Präsident Moon Jae In weich.

Nordkorea darf bei den Olympischen Winterspielen nicht nur mit einem eigenen Team samt Cheerleader anreisen. Die Nationalteams beider Länder laufen bei der Eröffnungsfeier sogar unter gemeinsamer Flagge ins Stadion ein. Und als wäre das nicht genug: Südkoreanische Eishockeyspielerinnen müssen Platz machen für Spielerinnen aus dem Norden, damit die beiden Koreas ein gemeinsames Team bilden können.

Schon wettern Kräfte in Südkorea, Moon habe sich von Kim über den Tisch ziehen lassen. Hat das brutale Regime in Pjöngjang wirklich so viel Wohlwollen verdient? Sicher nicht. Und doch handelt der südkoreanische Präsident richtig. Moon ist bewusst: Der Konflikt ist kein Dauerzustand! Viele Südkoreaner, besonders junge, mögen sich an die Kriegsgefahr gewöhnt haben. Sie kennen es nach fast 70 Jahren gar nicht anders. Und doch bleibt die Bedrohung real: Nordkoreas zahlreiche Artilleriege­schütze können Seoul binnen weniger Minuten in Schutt und Asche legen.

Den südkoreanischen Sportlerinnen mag es zwar nicht gefallen, dass ausgerechnet sie für diese Annäherungspolitik herhalten müssen. Und doch: Was ist schon die Teilnahme an einem Wettkampf, wenn es die Aussicht auf Frieden gibt? Die Welt wird es ihnen danken.

Felix Lee, Peking

nachrichten@luzernerzeitung.ch

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