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KOSOVO: Premier provoziert mit Luxusreise in die Schweiz einen Skandal

Der kosovarische Premier Ramush Haradinaj hat sein Gehalt verdoppelt – und wenige Tage später eine Luxusreise nach St. Moritz unternommen. In den sozialen Medien steht der erst im vergangenen September gewählte Regierungschef unter Beschuss.
Ex-UCK-Kommandant Haradinaj ist für viele Kosovaren ein Held, für einige jedoch ein Kriegsverbrecher. Nun ist er erneut Regierungschef - an der Spitze einer Koalition, an der auch Kosovo-Serben beteiligt sind. (Archiv) (Bild: Keystone/AP/VISAR KRYEZIU)

Ex-UCK-Kommandant Haradinaj ist für viele Kosovaren ein Held, für einige jedoch ein Kriegsverbrecher. Nun ist er erneut Regierungschef - an der Spitze einer Koalition, an der auch Kosovo-Serben beteiligt sind. (Archiv) (Bild: Keystone/AP/VISAR KRYEZIU)

Ramush Haradinaj war erst zwei Monate im Amt, als er im vergangenen Dezember sein Gehalt verdoppelte. Mit einem Einkommen von umgerechnet knapp 3500 Franken ist der kosovarische Premier laut der Webseite Balkan.eu damit der bestbezahlte Regierungschef der Region. So kommt Serbiens Ministerpräsidentin Ana Brnabic dem Portal zufolge etwa auf umgerechnet knapp 1200 Franken. Im Kosovo liegt der Durchschnittslohn bei umge­rechnet etwa 400 Franken, die Arbeitslosigkeit bei 30 Prozent.

Schon im Dezember hatte der frisch gewählte Hardinaj mit seiner Gehaltserhöhung den ­Unmut der Bevölkerung auf sich ­gezogen. Demonstranten hatten damals rund 300 Krawatten an den Zaun vor dem kosovarischen Regierungssitz gehängt. Der Grund: Haradinaj hatte zuvor seine Gehaltserhöhung mit den hohen Ausgaben für seine Garderobe begründet.

Jetzt hat der Protest gegen den Premier eine neue Qualität angenommen. Wie das Investigativportal Insajderi berichtete, soll sich Haradinaj wenige Tage nach der Gehaltserhöhung gemeinsam mit seiner Familie in die Winterferien nach St. Moritz verabschiedet haben. Dort hätten Haradinaj und seine Familie für neun Tage die «Zaren-Suite» des Hotels Carlton bezogen. Gesamtkosten laut Insajderi: 80 000 Franken. Seither tobt in den sozialen Medien im Kosovo ein Shitstorm gegen den Premier. Einige Kommentatoren forderten seinen Rücktritt und Neuwahlen. Haradinaj wies auch die jüngsten ­Vorwürfe von sich. Die Ferien in St. Moritz hätten lediglich 7000 Franken gekostet, die er von seinem eigenen Geld bezahlt habe, erklärte Haradinaj am Donnerstag in Gjakovica vor Journalisten.

Haradinaj verbindet ein enges Verhältnis zur Schweiz. Nach seinem Wehrdienst lebte er knapp zehn Jahre in Luzern. In den 90er- Jahren hatte er zudem in der Schweiz politisches Asyl. Hier schloss er sich auch der «Volks­bewegung des Kosovo» an, einer Vorläuferorganisation der paramilitärischen Befreiungsarmee des Kosovo (UCK), in der Haradinaj später Karriere als Unterkommandant machte. (isd)

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