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Kurzsichtige Nachsicht

Auslandkorrespondent Martin Gehlen zur Präsidentenwahl in Ägypten.
Martin Gehlen, Kairo
Martin Gehlen. (Bild: PD)

Martin Gehlen. (Bild: PD)

Ägypten hat gewählt, ohne eine Wahl zu haben. Drei Tage dauerte das zynische Spektakel am Nil, dann hatte Ex-Feld­marschall Abdel Fattah al-Sisi seine zweite Amtszeit unter Dach und Fach. Die überwiegende Mehrheit seiner Unter­tanen hielt sich den Urnen fern, einen echten Gegenkandidaten gab es nicht. Fakt ist: Al-Sisi hat die Militärdiktatur weiter gefestigt. Jegliche politische Pluralität ist den Machthabern am Nil suspekt, weil sie den Aufbau ihres schrankenlosen Machtapparates behindert.

Europa stellt dies vor ein wachsendes Dilemma. Bisher gingen die westlichen Regierungschefs mit al-Sisis Machtgebaren und Menschenverachtung defensiv und nachsichtig um. Solange Kairo seine Migranten an der Mittelmeerküste in Schach hielt und kräftig Waffen einkaufte, so lange liess man dem Ex-Feldmarschall freie Hand und empfing ihn zu Staatsbesuchen.

Dabei weiss man in Europas Hauptstädten nur zu genau, wie kurzsichtig diese Politik ist. Denn der repressive Militärstaat verursacht immer mehr Frustration und Extremismus, die sich eines Tages in einem zweiten Volksaufstand und diesmal auch in einem Kollaps des Staates entladen könnten. Dann bekommt Europa die Quittung – für seine Leisetreterei und seine Rüstungsgeschäfte.

Martin Gehlen, Kairo

nachrichten@luzernerzeitung.ch

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