Italien

Lawine: Schweizerin Giorgia G. (22) wurde lebend aus dem verschütteten Hotel geborgen

Im italienischen Erdbebengebiet wird unmöglich geglaubtes wahr: Auch über 50 Stunden nach dem Lawinenunglück in Farindola ziehen Rettungskräfte noch Überlebende aus dem verschütteten Hotel. Viele Menschen werden aber noch vermisst.

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Lawine in Farindola
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Sehr viel Schnee: Hilfskräfte kämpfen Tag und Nacht für allfällige Überlebende gegen die widrigen Bedingungen.
Ein Wunder? In der Nacht auf Samstag wurden weitere Überlebende aus dem Hotel in Farindola geborgen, darunter die vermisste Schweizerin.
Hilfskräfte kämpfen Tag und Nacht für allfällige Überlebende gegen die widrigen Bedingungen.
So sah das Hotel im Sommer aus
So sah das Hotel im Sommer aus
Italy Avalanche Rescue personnel rest in the site coordinating the rescue operations for an hotel crushed by an avalanche last Wednesday, in Penne, central Italy, early Saturday, Jan. 21, 2017. After two days huddled in freezing cold, tons of snow surrounding them in the wreckage of the avalanche-demolished hotel, survivors greeted their rescuers Friday as "angels." Among the 10 people pulled out alive was a plucky 6-year-old who just wanted her favorite cookies. (AP Photo/Gregorio Borgia)
Italy Avalanche Rescue personnel work in the site coordinating the rescue operations for an hotel crushed by an avalanche last Wednesday, in Penne, central Italy, early Saturday, Jan. 21, 2017. After two days huddled in freezing cold, tons of snow surrounding them in the wreckage of the avalanche-demolished hotel, survivors greeted their rescuers Friday as "angels." Among the 10 people pulled out alive was a plucky 6-year-old who just wanted her favorite cookies. (AP Photo/Gregorio Borgia)
Ein Wunder? In der Nacht auf Samstag wurden weitere Überlebende aus dem Hotel in Farindola geborgen, darunter die vermisste Schweizerin.
Hilfskräfte kämpfen Tag und Nacht für allfällige Überlebende gegen die widrigen Bedingungen.
Hilfskräfte kämpfen Tag und Nacht für allfällige Überlebende gegen die widrigen Bedingungen.
Hilfskräfte kämpfen Tag und Nacht für allfällige Überlebende gegen die widrigen Bedingungen.
Hilfskräfte kämpfen Tag und Nacht für allfällige Überlebende gegen die widrigen Bedingungen.
Hilfskräfte kämpfen Tag und Nacht für allfällige Überlebende gegen die widrigen Bedingungen.
Hilfskräfte kämpfen Tag und Nacht für allfällige Überlebende gegen die widrigen Bedingungen.
Hilfskräfte kämpfen Tag und Nacht für allfällige Überlebende gegen die widrigen Bedingungen.
Hilfskräfte kämpfen Tag und Nacht für allfällige Überlebende gegen die widrigen Bedingungen.
Hilfskräfte kämpfen Tag und Nacht für allfällige Überlebende gegen die widrigen Bedingungen.
Hilfskräfte kämpfen Tag und Nacht für allfällige Überlebende gegen die widrigen Bedingungen.
Hilfskräfte kämpfen Tag und Nacht für allfällige Überlebende gegen die widrigen Bedingungen.

Lawine in Farindola

EPA

Mindestens vier Kinder haben das Lawinenunglück im italienischen Erdbebengebiet überlebt. Die Katastrophenhelfer zogen am Freitagabend drei Kinder aus dem verschütteten Hotel in Farindola in den Abruzzen, wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte.

Unter den Überlebenden sind nach Angaben des Blick auch Giorgia G. (22) aus Rapperswil und ihr Freund Vincenzo F. (25), wie Behörden gegenüber der italienischen Zeitung La Stampa erklärten.

Zuvor hatten sie bereits einen Jungen ins Freie gebracht. Mindestens zehn Menschen hätten das schwere Unglück überlebt, sagte Zivilschutz-Chef Fabrizio Curcio am Abend bei einer Pressekonferenz in Rieti.

Fünf - die vier Kinder und eine Frau - seien bereits aus dem verschütteten Hotel gerettet worden, sie waren mehr als 40 Stunden eingeschlossen. Die Rettungskräfte waren dabei, weitere fünf herauszuholen, sagte Curcio. Die Suche lief auch am Abend in Farindola weiter, hiess es bei der Feuerwehr.

Seit Freitagvormittag hatten die Einsatzkräfte nach und nach mehrere Menschen aus dem Hotel gerettet, im Laufe des Tages hatte es immer wieder widersprüchliche Angabe zur Zahl der Überlebenden und bereits Geretteten gegeben.

Gerettete in gutem Zustand

Der Zustand der bereits im Spital in Pescara eingetroffenen Überlebenden sei gut, sagte ein Arzt am Freitag. Einige hätten Unterkühlungen, niemand sei aber in einem kritischen Zustand. Das Glück der Überlebenden sei gewesen, dass sie nicht in direkten Kontakt mit dem kalten Schnee gekommen seien.

Dutzende Menschen wurden am Abend aber weiterhin vermisst. Der Zivilschutz hoffte auf weitere Überlebende. "Wir haben diese Hoffnung immer gehabt", sagte Zivilschutz-Chefin Titti Postiglione am Freitagnachmittag. Nachdem am Vormittag die ersten Überlebenden gefunden worden waren, sei die Hoffnung gestiegen.

Mehr als 130 Rettungskräfte im Einsatz

Mehr als 130 Rettungskräfte waren laut Postiglione am Freitag rund um das Hotel Rigopiano im Einsatz. Die Helfer, unter ihnen Lawinenexperten, arbeiteten unter sehr riskanten Bedingungen.

Eine gerettete Frau und ihr Sohn seien in gutem Zustand, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes der Nachrichtenagentur dpa. Medienberichten zufolge sind sie die Angehörigen eines 38-Jährigen, der sich wie eine andere Person im Freien aufgehalten hatte, als die Lawine über das Hotel hineinbrach, und das Unglück so überlebte.

Der erste Kontakt zu den mittlerweile Geretteten war kurz nach 11.00 Uhr am Freitag zustande gekommen. Bislang haben die Behörden zwei Todesopfer in dem Hotel bestätigt.

Die gewaltige Lawine hatte am Mittwoch das Vier-Sterne-Hotel nach einer Erdbebenserie komplett verschüttet und Teile mitgerissen. Nach Aussage des Hoteldirektors waren bis zu 35 Menschen in dem Gebäude. Es war vermutet worden, dass die Lawine von den Erdstössen ausgelöst wurde, eine offizielle Bestätigung dafür gab es aber bislang nicht.

Das Rigopiano liegt auf 1200 Metern Höhe am Fuss des bis über 2900 Meter hohen Bergmassivs Gran Sasso. Es ist etwa 45 Kilometer von der Adriaküste entfernt. Auf seiner Facebook-Seite hatte es sich als Wohlfühloase im Schnee präsentiert.

Trümmer 400 Meter von Hotel entfernt

Der Präsident der Bergretter der Region Piemont, Luca Giaj Arcota, sagte Ansa, dass Trümmer und Möbel in bis zu 400 Metern Entfernung vom Hotel gefunden worden seien. "Das heisst, die Suche auf einer sehr weiten Fläche wird noch lange dauern."

In den Abruzzen hatte es seit Tagen geschneit, der Schnee lag zum Teil meterhoch. Augenzeugen sprachen von apokalyptischen Szenen am Unglücksort. Die Gäste hatten offenbar nach den vier schweren Erdbeben am Mittwoch abreisen wollen und bereits ausgecheckt.

Es kam aber kein Fahrzeug durch, um sie mitzunehmen. Die letzten Kilometer des Zufahrtsweges waren dicht. Die ersten Retter mussten sich in der Nacht zum Donnerstag auf Skiern zum Unglücksort vorkämpfen und kamen dort gegen 04.30 Uhr an.

Der italienische Ministerrat machte am Freitag 30 Millionen Euro Erdbebenhilfe frei. Derweil untersucht die Staatsanwaltschaft in Pescara, ob menschliches Versagen oder fahrlässige Tötung vorliegen.

Abruzzen kommen nicht zur Ruhe

In der Abruzzenregion kommen die Menschen nicht zur Ruhe. Seit einem schweren Erdbeben im August mit rund 300 Toten gibt es immer wieder Erdstösse, zuletzt am Mittwoch, als vier starke Beben die Region erschütterten. In Amatrice, wo es im August die meisten Toten gab, stürzte am Mittwoch der bis dahin noch stehende Uhrenturm ein.

Ministerpräsident Paolo Gentiloni dankte auf Twitter den unzähligen zivilen und militärischen Helfern, die Leben retteten und das Unglück minderten.

Vier weitere ErdbebenopferAusser den beiden bestätigten Toten im Berghotel waren bis Freitag vier weitere Todesopfer in der Region zu beklagen. Nach den neuen Erdstössen diese Woche wurden viele Bewohner von der Aussenwelt abgeschnitten.

Der italienische Energiekonzern Enel teilte am Freitag mit, dass in den Abruzzen noch knapp 60'000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten seien. Mehr als 160'000 weitere seien schon wieder angeschlossen worden. (sda/jk)