Libyen-Ticker
Libyscher Privatmann setzt Kopfgeld auf Gaddafi aus

Auch nach dem Sturm seines Hauptquartiers zeigt sich Muammar al-Gaddafi kämpferisch und rief in einer Audiobotschaft die Bevölkerung zum Widerstand auf. Doch mittlerweile bieten die Rebellen für die Ausliefrung Gaddafis Amnestie und ein Kopfgeld an.

Merken
Drucken
Teilen
Gaddafi soll ergriffen werden - egal ob tot oder lebendig. Dafür zahlt ein libyscher Privatmann 1,7 Millionen Dollar.

Gaddafi soll ergriffen werden - egal ob tot oder lebendig. Dafür zahlt ein libyscher Privatmann 1,7 Millionen Dollar.

Keystone

17:30 Journalisten feiern ihre Befreiung

CNN-Reporter Matzthew Chance twittert nach der Befreiung der Journalisten aus dem Rixos Hotel: «Wir sind für eine gefühlte Ewigkeit zusammen eingelocht gewesen. Jetzt haben wir endlich unsere Freiheit wieder!!!»

17:10 Die Journalisten im Rixos sind frei

Die CNN berichtet, dass die Journalisten, die bisher von Gaddafis Truppn im Rixos Hotel festgehalten wurden, frei sind. Die Truppen hätten sich zurückgezogen, sagte einer der festgehaltenen Reporter gegenüber dem TV-Sender Al Arabiya.Nun warten die 35 ausländischen Journalisten auf ihre Evakuierung durch das Rote Kreuz.

Währenddessen gehen die Kampfhandlungen in Gaddafis Heimatstadt Sirte weiter; die Rebellen sind nun bis auf 30 kilometer vorgerückt.

IKRK-Sprecher Steven Anderson teilte mit, dass das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) erstmals Gefangene der Rebellen in Tripolis besucht hätte, die in verschiedenen Stadtteilen festgehalten würden. Sowohl die prekäre Sicherheitslage, als auch die logistischen Probleme machten ihnen noch zu schaffen, doch sollte sich dies im Laufe der nächstne Tage bessern. Bereits seit März besucht das IKRK in Bengasi, Misrata, im Berggebiet und im Westen Libyens Gefangene der Aufständischen.

17:00 Bilder aus Tripolis

Sehen wir hier Bilder der letzten Stunden des Gaddafi-Regimes? Al Jazeera gibt einen Überblick über die momentane Situation in Tripolis. Es ist zu sehen, wie noch immer Rauch aus den Gebäuden von Bab al Azizia aufsteigt, zumindest ein Teil der Gebäude scheint zerstört. Doch noch immer haben die Gaddafi-getreuen Truppen nicht aufgegeben und schiessen scharf von Hausdächern aus auf die Rebellen. Aber auch dort, wo man sie nicht vermuten würde - beispielsweise im Wald oder um das von Journalisten bewohnte Rixos Hotel - haben sich zahlreiche Scharfschützen postiert.

Vor allem aber wird ersichtlich, wie nahe sich die Parteien in diesem Krieg gegenüberstehen (1:30 im Video).

16:45 Hat Gaddafi alle Optionen ausgeschöpft?

Der libysche Aussenminister Abdul Ati al Obeidi sagte dem TV-Sender Channe 4, dass Gaddafi über «keinen Einfluss» mehr im Land verfüge. Gaddafi stehe nicht mehr in Verbindung mit anderen Regierungsvertretern und er gehe davon aus, dass der Diktator alle Optionen ausgeschöpft habe.

16:30 China beansprucht Führungsrolle beim Wiederaufbai für sich

China will beim Wiederaufbau in Libyen eine Führungsrolle einnehmen. Außenminister Yang Jiechi teilte mit, dass die UNO eine «bestimmende Rolle in der Nachkriegsordnung spielen» solle,

16:25 Rebellen bieten Amnestie für Auslieferung Gaddafis an

Mustafa Abdel Dschalil, Chef des Übergangsrates, teilt mit, dass die Rebellen denjenigen Gaddafi-Getreuen, die Gaddafi gefangen nehmen oder töten, Straffreiheit anbieten. Auch habe ein Geschäftsmann aus Benghasi eine Belohung von umgerechnet mehr als einer Million Euro für die Ergreifung Gaddafis ausgesetzt.

Auch in Sirte, Gaddafis Heimatstadt, sind die Rebellen heute vorgerückt. Doch wurde diesmal verhandelt und weniger gekämpft, doch sagten die Stammesältesten, dass sie Zeit für die friedliche Übergabe der Stadt benötigten, wie die Nachrichtenagentur dpa mitteilte.

16:20 Libyen will künftig verstärkt mit der Schweiz zusammenarbeiten

«Wir danken der Schweiz für ihre Unterstützung während der letzten sechs Monate», sagte Adel Shaltut, stellvertretender libyscher Vertreter in Genf, heute der Nachrichtenagentur sda. Er bedankte sich dafür, dass die libyschen Diplomaten sich in der Schweiz für die Übergangsregierung einsetzten. Die Aufständischen hatten Gaddafi am 25. Februar die Treue gekündigt und liefen zur Opposition über. Die Schweiz habe sich in dieser Zeit konstruktiv verhalten, so Shaltut weiter. Gerne würde Libyen die Zusammenarbeit mit der Schweiz verstärken.

Der Übergangsrat hat währenddessen bereits einen neuen Botschafter für Bern bestimmt. Shaltut bedauert die Spannungen zwischen Libyen und der Schweiz, die nach der Verhaftung Hannibal Gaddafis 2008 in Genf entstanden waren.

Die libyschen Vertreter nutzen in der UNO-Stadt Genf auch die Gelegenheit, um nach Unterstützung für ihr kriegsversehrtes Land zu werben. Anlässlich eines Treffens mit der Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation, Margaret Chan, bat der libysche Übergangsrat um Hilfe. Das Land brauche dringend medizinisches Personal und Medikamente.

Weiter sei es wichtig, dass die UNO möglichst schnell den Übergangsrat als offizielle libysche Regierung anerkenne, sagte Adel Shaltut. Er hoffe auch, dass Libyen seinen Sitz im UNO- Menschenrechtsrat wieder erhalte. Das Gaddafi-Regime war Ende Februar von dem Gremium ausgeschlossen worden.

16:00 Rebellen waren offenbar vorbereitet

Die Bedingungwen der Aufständischen werden immer härter: Die Nahrungsmittel neigen sich dem Ende zu, der strom fällt immer wieder aus und überall lauern Scharfschützen auf den Dächern.

CNN-Reporter Matthew Chance twittert, dass am Mittag fünf Journalisten von aussen in das Rixos-Hotel gelangen wollten, doch verhinderten dies die Truppen von Gaddafi. Seit Stunden werden die Journalisten in dem Hotel festgehalten.

Germäss BBC befindet sich noch immer ein harter Kern von Gaddafi-Anhängern auf dem Gelände von Bab al Azizia, der «bis zum Tod kämpft».

Nach der Schweiz will auch Grossbritanien eine Freigabe der libyschen Vermögen für den Wiederaufbau des Landes vorantreiben, wie Außenminister William Hague sagte. Die britische Regierung beteilige sich sowohl am militärischen als auch an humanitären Bemühungen auf Seiten der Rebellen.

Der gestrige Sturm auf Bab al Azizia und ganz Tripolis war offenbar von langer Hand vorbereitet, wie die BBC berichtet. Die Rebellen seien in Bengasi ausgebildet worden, wobei sie von der NATO unterstützt worden seien. Zutück in Tripolis, hätten die rebellen als Schläferzellen auf den abgesprochenen Zeitpunkt gewartet.

14:20 Bisher offiziell 435 Menschen getötet

Nach offiziellen Angaben sind bisher nach offiziellen Angaben 435 Menschen getötet worden. Mehr als 2000 Menschen wurden gemäss Nachrichtenagentur dpa verletzt. Wichtige Einrichtungen wie Spitäler würden mittlerweile von Bewaffneten geschützt.

Währenddessen verschiebt sich die Lage in Trpilos: Die Machrichtenagentur reuters berichtet, dass Gaddafis Truppen die Innenstadt bombardieren würden. Gemäss einem Rebellensprecher sogar auf dem Bab al Azizia Areal - wonach Gaddafi seine eigene Machtzentrale bombardieren würde. Auch die Gegend um das Rixos-Hotel und um al-Mansoura wurden unter Beschuss genommen.

Al-Dschasira-Reporter Evan Hill bericht: «Wir haben das Gelände Bab al-Asisija verlassen, nachdem drei Raketen in dem Gebiet einschlugen», auch berichtete er von Scharfschützen.

Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle hat erneut die Entscheidung der Deutschen Regierung, sich am NATO-Einsatz in Libyen nicht zu beteiligen, verteidigt. Er würde noch heute gleich entscheiden, sagt er heute in Binz auf Rügen. Nun setze duie regierung «stark auf den zivilen Wiederaufbau» in Libyen.

Gerüchhte besagen, dass die Rebellen mittlerweile davon ausgehen, dass Gadaffi sich im Süden von Tripolis versteckt.

14:00 Rebellen geraten in Hinterhalt bei Bab al-Asisija

Gaddafis Milizen schlagen zurück: Einem Bericht der Nachrichtenagentur AP zufolge haben Gaddafis Soldaten Rebellen auf dem Gelände der Gaddafi-Residenz Bab al-Asisija angegriffen. Die regimetreuen Bewaffneten hätten sich offenbar auf dem Gelände versteckt.

Die EU kann ab sofort der libyschen Bevölkerung helfen. «Wir sind bereit», sagte die EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa heute Mittwoch in Brüssel. Bereits in den vergangenen Monaten seien Lager von Hilfsgütern angelegt worden. Diese könnten nun an Ort und Stelle geschafft und eingesetzt werden.

13:30 Journalisten im Rixos Hotel in Bedrängnis

Die Organisation «Reporter ohne Grenzen» forderten alle Parteien auf, für die Sicherheit der Journalisten sorgen. Gemäss einer Pressemitteilung hätten die Journalisten im Rixos Hotel Tücher aus den Fenstern gehängt mit der Aufschrift «Fernsehen, Presse: Nicht schießen!». Mittlerweile werden die Journalisten von Gaddafis Schergen im Rixos Hotel festgehalten. Einige Journlaisten seien auch schon bedroht worden, wie CNN-Korrespondent Matthew Chance sagt. «Wir wissen nicht, was uns hier erwartet», so Chance weiter. «Wir wollen hier raus, aber wir können nicht.» Der britische "Daily Telegraph" schreibt, dass es Gerüchte gebe, die besagen, dass in einem allfälligen finalen Kampf Gaddafi die Journalisten als menschliche Schutzschilder neutzen würde.

13:00 Thronfolger denkt über Rückkehr nach

Der libysche Thronfolger Mohammed al-Senussi kann sich nach über zwei Jahrzehnten im Exil eine Rückkehr in sein Heimatland vorstellen, schreibt Spiegelonline. «Zu sehen, wie die Freiheitsflagge über Tripolis weht, macht mich unglaublich glücklich und stolz auf mein Volk», so der 48-Jährige gegenüber «Die Zeit». Sofern die Libyer es wollten, sei er «bereit, zu dienen». Doch müsse darüber das Volk entscheiden.

12:30 Rebellen wollen Gaddafi-Clan «lebend»

Mustafa Abd al-Dschalil, Chef des Übergangsrates, hat gegenüber der italienischen Zeitung «La Repubblica» Wahlen in acht Monaten angekündigt. Ziel sei ein «neues Libyen» mit einer «demokratischen Regierung» und eine «gerechten Verfassung», das auf «Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit» basiere. Vor allem aber sollte das libysche Volk nicht mehr länger vom Rest der Wlet isoliert sein."" aufgebaut sein. Er betonte auch wiederholt, dass Gaddafi und sein Clan lebend festgenommen werden sollte, um sie vor eine Gericht stellen zu können. Sie wollten ihre Gegner besser behandeln als Gaddafi seine Gegner behandelt habe.

Gemäss BBC-Reporter Wyre Davis sei Bab al Azizia noch immer «gefährlich». Weiterhin würden regierungstreue Truppen sich verschanzen und aus Hinterhalten auf die Rebellen schiessen.

12:00 Medwedew drängt Rebellen zu Verhandlungen

Russlands Präsident Dmitri Medwedew, drängt die Rebellen und Vertreter des Regimes zu Verhandlungen und fordert ein Ende der Kämpfe. Gaddafi habe weiter Macht und Einfluss in dem Land. «Tatsächlich gibt es in dem Land eine Doppelherrschaft», so Medwedew. Weiter warnte er davor, dass Gaddafis militärische Potenzial nicht erschöpft sei.

Seit Dienstag ist Al Windi einer der berühmtesten Libyer. Er war derjenigem, der sich beim Sturm auf Bab al Azizia Gaddafis Hut unter den Nagel reissen konnte.

11:30 Sarkozy will Treffen mit Rebellenführer

Der Rebellenführer Mahmud Dschibril wird heute Abend zu einem Gespräch mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in Paris zusammenkommen. Thema des Gesprächs werden die Lage in Libyen und die Möglichkeiten der internationalen Gemeinschaft, den politischen Übergang zu einem freien und demokratischen Libyen zu unterstützen, sein. Frankreich hatte bereits als erstes LAnd Dschibrils Übergangsregierung anerkannt. Ebenso war es eine der treibenden Kräfte bei den NATO-Luftangriffen gegen Gaddafisb Truppen.

Bisherige Eriegniss in Tripolis heute morgen:

Eine weitere Dringlichkeit sieht die EU darin, Hilfe beim Aufspüren und Entschärfen von Landminen, zu leisten. Ziel ist, die Bevölkerung zur Rückkehr in ihre Heimatorte und die Arbeit auf Feldern zu ermöglichen.