Genf
Libyscher Übergangsrat sucht Zusammenarbeit mit der Schweiz

Der libysche Übergangsrat will verstärkt mit der Schweiz zusammenarbeiten. Er wünscht, dass die in der Schweiz blockierten Gelder möglichst schnell in das nordafrikanische Land zurückfliessen können, wie ein libyscher Diplomat in Genf sagte.

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Adel Shaltut

Adel Shaltut

Keystone

«Wir danken der Schweiz für ihre Unterstützung während der letzten sechs Monate», sagte Adel Shaltut, stellvertretender libyscher Vertreter in Genf, am Mittwoch der Nachrichtenagentur sda.

Er sei dankbar, dass die libyschen Diplomaten sich in der Schweiz für die Übergangsregierung einsetzen konnten. Shaltut und seine Kollegen hatten Muammar al-Gaddafi am 25. Februar die Treue gekündigt und waren zur Opposition übergelaufen.

«Die Schweiz hat sich in dieser schwierigen Zeit sehr konstruktiv verhalten. Wir würden nun gern die Zusammenarbeit mit der Schweiz verstärken», sagte der Diplomat. Er erinnerte daran, dass Libyen ein reiches Land sei, das auch einiges zu bieten habe.

Neuer Botschafter bestimmt

Der libysche Übergangsrat hat bereits einen neuen Botschafter für Bern bestimmt. Dieser wartet nach Angaben Shaltuts noch auf seine Akkreditierung.

Der libysche Diplomat unterstrich weiter sein Bedauern über die Spannungen, die 2008 nach der Verhaftung Hannibal Gaddafis in Genf zwischen Libyen und der Schweiz entstanden waren. «Das war ein Problem, das der Gaddafi-Clan verursacht hatte. Das war nie ein Problem zwischen dem libyschen Volk und der Schweiz», hielt er fest.

In der UNO-Stadt Genf nutzen die libyschen Vertreter derzeit auch die Gelegenheit, um nach Unterstützung für ihr kriegsversehrtes Land zu werben. Anlässlich eines Treffens mit der Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation, Margaret Chan, bat der libysche Übergangsrat um Hilfe. Das Land brauche dringend medizinisches Personal und Medikamente.

Weiter sei es wichtig, dass die UNO möglichst schnell den Übergangsrat als offizielle libysche Regierung anerkenne, sagte Adel Shaltut. Er hoffe auch, dass Libyen seinen Sitz im UNO- Menschenrechtsrat wieder erhalte. Das Gaddafi-Regime war Ende Februar von dem Gremium ausgeschlossen worden.