Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LONDON: Englische Wähler geben May Hoffnung

Die konservative Regierungspartei kann nach den Kommunalwahlen durchatmen. Dies dank der schwächelnden Opposition und der Wechselwähler, für die die EU-feindliche Ukip nach dem Brexit uninteressant geworden ist.
Premierministerin May is not amused: Die Brexit-Verhandlungen stocken - die Frage der inneririschen Grenze bleibt der grosse Zankapfel zwischen London und Brüssel. (Bild: KEYSTONE/EPA BLOOMBERG POOL/SIMON DAWSON / POOL)

Premierministerin May is not amused: Die Brexit-Verhandlungen stocken - die Frage der inneririschen Grenze bleibt der grosse Zankapfel zwischen London und Brüssel. (Bild: KEYSTONE/EPA BLOOMBERG POOL/SIMON DAWSON / POOL)

Die englische Kommunalwahl hat den Status quo bestätigt. Die regierenden konservativen Torys unter Premierministerin Theresa May konnten ihre Stellung behaupten, der Oppositionspartei Labour gelang der vorab vorhergesagte Sturm auf viele Rathäuser nicht. Der Urnengang galt ein knappes Jahr vor dem Brexit als wichtiger Stimmungstest für Mays konservative Minderheitsregierung. 2014 fiel sie mit der Europawahl zusammen, bei der die EU-feindliche Ukip mit 27,4 Prozent vorn lag. Die Koalitionspartner Konservative und Liberaldemokraten (LD) erlitten schwere Verluste, kamen in diesem Jahr also von niedrigem Stand.

Gestern lag diesmal die linke Labour-Partei mit 1473 Mandaten klar vor Torys (886) und LD (326). Allerdings blieb der von Parteistrategen vorhergesagte Triumph aus: LD konnte mehr Sitze (40) hinzugewinnen als die viel grössere Arbeiterpartei (37).

«Das wird noch besser»

Ob die Euphorie um Labour-Chef Jeremy Corbyn nun ihren Höchststand erreicht habe, wurde der Oppositionsführer in Plymouth gefragt, wo seine Partei das Rathaus erobert hatte. «Nein, nein», antwortete er, «das wird noch besser. Labour hat gute Chancen, die nächste Unterhauswahl zu gewinnen.» Die Ergebnisse in anderen Landesteilen bestätigten diesen Optimismus nicht unbedingt. In Städten wie Dudley, Bolton und Wigan ging für Labour Boden verloren. In Sheffield nahmen LD und Grüne der dort seit Jahrzehnten tonangebenden Arbeiterpartei Mandate ab. Vor allem schaffte es die stark London-lastige Partei – ausser Corbyn sind auch die Schattenminister für Brexit, Finanzen, Äusseres, Inneres hier beheimatet – nicht, eines der 32 Bezirksrathäuser der Hauptstadt zu erobern.

Wie erwartet profitierten die Torys wie im vergangenen Jahr von Wählern, die vor vier Jahren Ukip den Rücken gestärkt hatten. Die EU-Feinde verloren 93 Mandate und liegen nun abgeschlagen hinter den Grünen. Premier May feierte die leichten Verluste für ihre Partei wie einen Sieg, beteuerte aber auch: «Wir ruhen uns nicht aus.» Normalerweise stärken die Wähler auf der Insel zwischen Unterhauswahlen meist die Opposition.

Sebastian Borger, London

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.