Portugal
Löschflugzeug stürzt im Kampf gegen Waldbrand ab

In Portugals Brandkatastrophe sind schon Dutzende Personen ums Leben gekommen. Nun ist am Dienstag noch ein Löschflugzeug bei der Bekämpfung der schweren Waldbrände abgestürzt.

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Löschflugzeug nahe der Ortschaft Pedrógão Grande im Einsatz gegen den Waldbrand.

Löschflugzeug nahe der Ortschaft Pedrógão Grande im Einsatz gegen den Waldbrand.

Keystone/AP/PAULO DUARTE

Das Unglück habe sich in der Region um die Ortschaft Pedrógão Grande ereignet, teilte ein Sprecher des Katastrophenschutzes am Dienstag mit. In der Region sind elf Löschflugzeuge aus Spanien, Frankreich und Italien im Einsatz.

Bei einem der schlimmsten Waldbrände in der Geschichte Portugals war vor dem Flugzeugabsturz die Zahl der Toten laut der Nachrichtenagentur Lusa auf 64 gestiegen. Noch immer sind hunderte Rettungskräfte in der Region Pedrógão Grande im Einsatz.

Nach Angaben von Beobachtern wurden bereits 260 Quadratkilometer Wald zerstört, in etwa die Fläche des Kantons Zug. 1150 Feuerwehrleute waren allein im Zentrum Portugals im Einsatz, insgesamt kämpften im ganzen Land fast 2000 Feuerwehrleute gegen rund 80 Brandherde.

Kampf gegen die Flammen: Auch am Dienstag waren unzählige Feuerwehrleute im Einsatz.
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Hier im Bild: In der Nähe des Städtchens Sandinha in der Mitte von Portugal.
Blick aus einem Löschflugzeug: Riesige Rauchwolken steigen auf.
Bis jetzt gibt es bereits 64 Tote.
Auch freiwillige Helfer kämpfen gegen die Flammen.
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Kampf gegen die Flammen: Auch am Dienstag waren unzählige Feuerwehrleute im Einsatz.

AP/EPA/Keystone

Dörfer abgeschnitten

Noch immer waren Hunderte Rettungskräfte in der Region im Einsatz. Einige betroffene Dörfer konnten wegen der Flammen zunächst nicht erreicht werden, weshalb nicht ausgeschlossen ist, dass es weitere Tote geben könnte.

Es ist der Waldbrand mit der höchsten Zahl von Toten in Portugal seit Beginn der Aufzeichnungen. Noch immer sind die Flammen wegen starker Winde und Temperaturen von rund 30 Grad die Flammen nicht gebannt.

Das Feuer war nach einem Blitzschlag in einem Baum ausgebrochen. Wegen heftiger Winde breitete es sich rasch aus und wurde vor allem für Autofahrer auf der Nationalstrasse 236 zur Todesfalle, als das Feuer ihre Wagen einschloss. Auch Hunderte von Tieren starben, Dutzende Häuser wurden zerstört.

Viele wurden in ihren Autos eingesperrt und starben einen qualvollen Tod
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Ausgebrannte Autos auf der Strasse zwischen Castanheira de Pera und Figueiro dos Vinhos
Verheerender Waldbrand in Portugal im Juni 2017
Ein Polizist steht bei einem abgedeckten Körper eines Toten.
Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen
Die Flammen fressen sich durch die Landschaft
Vom Feuer sind ganze Dörfer eingekesselt

Viele wurden in ihren Autos eingesperrt und starben einen qualvollen Tod

Armando Franca

Umleitung in die Feuerfalle

Um die vom Brand eingekesselten Autofahrer ist mittlerweile ein Streit entfacht um die Verantwortung von Sicherheitsbeamten. Diese hätten einen Teil der Autofahrer auf der Flucht vor den Flammen auf diese Nationalstrasse umgeleitet, obschon sie auf den direkteren Weg, die Strasse IC8, fahren wollten.

Überlebende berichten, dass sie an der Fahrt auf die IC8 gehindert worden seien und zur Weiterfahrt auf die Nationalstrasse 236 angehalten wurden. "Also dachten wir, dass diese Strasse ohne Gefahr ist, aber das war sie nicht", sagte Maria de Fatima gegenüber dem spanischen Fernsehen. Regierungschef Antonio Costa forderte von der Polizei eine rasche Aufklärung dieses Sachverhalts.