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Handelsstreit: Macron warnt vor Krieg

Die US-Handelsmassnahmen seien «illegal», sagt Präsident Macron – und warnt vor Krieg.
Stefan Brändle, Paris
Der französische Präsident Emmanuel Macron. (Jack Taylor/Getty (Brüssel, 22. März 2018))

Der französische Präsident Emmanuel Macron. (Jack Taylor/Getty (Brüssel, 22. März 2018))

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren Donald Trump und Emmanuel Macron die dicksten Freunde. Jetzt, fünf Wochen später, klingt alles anders: Der Protektionismus Washingtons sei ein Verstoss gegen internationale Abkommen und damit «illegal», meinte Macron gestern am Telefon zu Trump; und vor allem sei es auch ein «Fehler», da die Folgen nicht bedacht würden: «Der wirtschaftliche Nationalismus führt zum Krieg. Das ist genau das, was in den Dreissigerjahren passiert ist.» Also in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.

Macrons gewinnendes Lächeln, mit dem er in Washington selbst hartgesottene Trumpisten umgarnt hatte, ist ihm nun auf den Lippen gefroren. In Paris wird nun kritisiert, die französische Anbiederung an den US-Präsidenten habe offensichtlich nichts gebracht. Umso schärfer reagiert nun Macron, der sich von Trump fast persönlich verraten fühlt. Mit seiner Charmeoperation in den USA kontrastiert die Kühlheit und Kürze, die Kanzlerin Angela Merkel nur ein paar Tage später in Washington gegenüber Trump an den Tag gelegt hatte. Auch jetzt fallen die deutschen Reaktionen bedeutend zurückhaltender und weniger leidenschaftlich aus als die französischen: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier drängt darauf, den Kontakt mit den amerikanischen Partnern aufrechtzuerhalten und nicht überstürzt zu reagieren.

Sein französischer Amtskollege Bruno Le Maire formuliert bedeutend angriffiger. Dahinter steckt nicht nur der Temperamentsunterschied zwischen Berlin und Paris, sondern auch der Umstand, dass die deutsche Wirtschaft in einem hochgeschaukelten Handelsstreit mehr zu verlieren hat als die französische. Kurz gesagt: Peugeot und Renault sind in den USA nicht vertreten, Mercedes und BMW aber davon sehr stark abhängig.

Die EU-Kommissarin Cecilia Malmström hat die «unterschiedlichen Prioritäten» von Berlin und Paris als «normal» bezeichnet und verweist darauf, dass Handelspolitik alleinige Kompetenz der EU sei. Indirekt geben die Positionen Deutschlands und Frankreichs dennoch den Ausschlag. Und derzeit laufen die Drähte zwischen Berlin und Paris heiss, um eine einheitliche Position zu finden – weder zu brüsk für die Deutschen noch zu lau für die Franzosen. (sbp)

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