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Jetzt will auch Macron im Weltall militärisch aktiv werden

Bereits im September soll Frankreich ein militärisches Weltraum-Kommando haben. Ein Grund für die Eile ist offenbar ein Vorfall mit einem russischen Satelliten.
Stefan Brändle aus Paris
Emmanuel Macron am Sonntag an der Militärparade zum französischen Nationalfeiertag. (Bild: Rafael Yaghobzadeh/AP, Paris, 14. Juli 2019)

Emmanuel Macron am Sonntag an der Militärparade zum französischen Nationalfeiertag. (Bild: Rafael Yaghobzadeh/AP, Paris, 14. Juli 2019)

Man wolle nicht «den Weltraum militarisieren», hatte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Ende Juni vor den Verteidigungsministern des Nordatlantikpaktes erklärt. In Wirklichkeit läuft der militärische Trend genau darauf hinaus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Samstag bekannt gegeben, dass sein Land die nationale Militärdoktrin ändern werde, «um uns im Weltraum und aus dem Weltraum besser zu verteidigen». Im September werde er ein Kommando für den Weltraum schaffen. Experten gehen davon aus, dass die digitalen Spitzentechnologien aus bestehenden Heeresabteilungen zusammengezogen werden.

Hauptziel der Operation ist es, französische Satelliten gegen Attacken zu schützen. Verteidigungsministerin Florence Parly berichtete am Sonntag in einem Interview, ein französischer Militärsatellit sei bereits einmal Ziel einer «unfreundlichen» Operation geworden. Ein fremder Militärsatellit habe sich ihm auf unübliche Weise «genähert». Es sei ein russischer Satellit gewesen. Man wisse aber nicht, ob er es darauf abgesehen habe, sein Ziel auszuspionieren oder dessen Laufbahn zu beeinflussen. Auf jeden Fall werde Frankreich sämtliche militärischen Satelliten binnen sieben Jahren ersetzen, fügte die Ministerin an.

USA offenbar nicht an Austausch interessiert

Frankreich reagiert damit auf entsprechende Bemühungen der USA, Chinas, Russlands und Indiens. US-Präsident Donald Trump hat Ende 2018 ein «Space Command» gebildet, um die militärischen Aktivitäten seines Landes im Weltall zu bündeln. Sein Vize Mike Pence hatte präzisiert: «Was wir brauchen, ist die amerikanische Vorherrschaft im Weltraum.» Diese Erklärung relativiert Stoltenbergs Versprechen, die neue Nato-Strategie im All werde ein «Forum zum militärischen Austausch». Die USA scheinen laut französischen Offizieren nicht an einem Austausch unter Gleichen interessiert zu sein.

Macron machte seine Ankündigung nicht zufällig im Vorfeld der Militärparade des Nationalfeiertages am Sonntag. Der Umzug über die Champs-Élysées war europäisch geprägt: Dabei waren Truppenvertreter aus zehn Ländern, die bei der «Europäischen Interventions-Initiative» (EI2) mitmachen. Unter den Staatsgästen nahm auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel auf der Ehrentribüne Platz. Der europäische Ansatz der Parade täuscht nicht über Differenzen hinweg. Die Interventions-Initiative geht auf Macron zurück, der die Briten trotz deren EU-Austritt eingebunden hat. Merkel will aber eher die Gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik» (Gasp) der EU stärken. Die anpackenden französischen Generäle halten diese Brüsseler Instanz für schwerfällig und ineffizient.

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