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Dänemark: Madsen bleibt
lebenslang in Haft

Der Tüftler Peter Madsen verliert den Berufungsprozess. Für seinen brutalen Sexualmord im U-Boot erhält er damit die in Dänemark längstmögliche Strafe.
Niels Anner, Kopenhagen
Staatsanwalt Kristian Kirk stellt sich nach dem Urteil im Berufungsprozess in Kopenhagen vor die versammelte Presse. (Bild: Liselotte Sabroe/EPA; 26. September 2018)

Staatsanwalt Kristian Kirk stellt sich nach dem Urteil im Berufungsprozess in Kopenhagen vor die versammelte Presse. (Bild: Liselotte Sabroe/EPA; 26. September 2018)

Gestern hat das Obergericht in Kopenhagen Peter Madsen zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt. Das Gericht bestätigte damit das erstinstanzliche Urteil, mit dem der 47-Jährige des Mordes an der schwedischen Journalistin Kim Wall schuldig gesprochen worden war.

Madsen hatte, so das Urteil vom April, die 30-jährige Schwedin im August 2017 in seinem U-Boot brutal sexuell missbraucht, getötet und zerstückelt ins Meer geworfen. Der Tüftler hat die Taten zwar nicht zugegeben, aber das Urteil dennoch nicht angefochten – bis auf das Strafmass. Dieses war nun Gegenstand des Berufungsprozesses.

Madsens Verteidigerin, Betina Engmark, erklärte, ihr Klient sei nicht vorbestraft und habe ­einen einzelnen Mord begangen. Dafür gebe es nach geltender Rechtspraxis keine lebensläng­liche Gefängnisstrafe; sie fand stattdessen 14 bis 16 Jahre als angebracht. Sowohl Engmark wie auch Staatsanwalt Kristian Kirk zählten eine Reihe von älteren Gerichtsentscheiden auf, die aus ihrer Sicht zeigen sollten, weshalb «lebenslänglich» zu hart oder genau die richtige Strafe sei.

Madsen hat die Tat bis ins Detail geplant

Vor Obergericht fand Madsen kein Gehör. Der Mord zeuge von einer ungewöhnlichen Grausamkeit, heisst es im Urteil. Ein verschärftes Strafmass sei angebracht, befand das Gericht, weil Madsen die Tat bis ins Detail geplant sowie das Opfer besonders rücksichtslos misshandelt habe.

Damit folgten die Richter der Argumentation des Staatsanwaltes, der Madsen als zynischen und perversen Sexualmörder bezeichnete. «Keine Strafe ist zu hart für dieses Verbrechen», sagte Kristian Kirk in seinem Schlussplädoyer.

Die Gründe für eine harte Bestrafung könne man fast nicht in Worte fassen, sagte der Ankläger, zählte aber die «Spiesse», lange, angespitzte Schraubenzieher, und die vielen inneren und äusseren Verletzungen auf, die die im Meer gefundene Leiche von Kim Wall aufwies. Madsen habe die Journalistin festgebunden und mit «mittelalterlichen Foltermethoden» gepeinigt, sagte Kirk. Der Albtraum, den Wall auf dem Meeresgrund erlebt habe, sei kaum vorstellbar, sie müsse um ihr Leben gebettelt haben. Deshalb sei dieser Mord «ausserhalb jeder Kategorisierung», was eine besonders strenge Strafe erfordere.

Beweise würden anderes Bild ergeben

Verteidigerin Betina Engmark sprach dagegen von «farbigen Schilderungen» und von «Dichterei» des Staatsanwaltes. Dessen Meinung sei irrelevant für das Gericht. «Jeder Mord ist zynisch und grausam», sagte die Rechtsanwältin. Wenn man sich aber alleine auf die Beweise abstütze und wofür Madsen verurteilt sei, ergebe sich jedoch ein anderes Bild.

So habe er keine vollständige Vergewaltigung begangen, da es keinen Geschlechtsverkehr gegeben habe; dies müsse in der Beurteilung des Strafmasses berücksichtigt werden. Auch seien Kim Wall längst nicht alle Verletzung zugefügt worden, als sie noch am Leben war. Nachdem ihre Argumente vor Gericht keine Beachtung erhielten, erklärte Engmark, sie und ihr Klient würden einen Weiterzug ans höchste dänische Gericht prüfen.

Peter Madsen sagte, als er am Schluss der Verhandlung das letzte Wort erhielt: «Was passiert ist, tut mir schrecklich leid für Kims Angehörige.»

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