Marokko lehnt Asylzentren kategorisch ab

Marokko und Ägypten wollen keines der von der EU angestrebten Sammelzentren für aus Seenot gerettete Flüchtlinge auf ihrem Boden errichten. Marokko ist generell gegen alle Arten von Zentren.

Drucken
Teilen
Migranten aus der Sub-Sahara-Region, die nach Europa gelangen wollen, suchen in einem Wald Unterschlupf in der Nähe von Tanger. (Bild: AP Photo/Mosa'ab Elshamy (Marokko, 5. September 2018))

Migranten aus der Sub-Sahara-Region, die nach Europa gelangen wollen, suchen in einem Wald Unterschlupf in der Nähe von Tanger. (Bild: AP Photo/Mosa'ab Elshamy (Marokko, 5. September 2018))

(sda dpa) "Das ist Bestandteil unserer Migrationspolitik und eine nationale souveräne Position", sagte Aussenminister Nasser Bourita der deutschen Zeitung "Welt" am Mittwoch. Zentren seien kontraproduktiv, meinte Bourita, auch Geldzahlungen änderten an dieser Haltung nichts.

Die EU versucht, Asylzentren jenseits ihrer Grenzen zu errichten, um dort über Asylbegehren von Flüchtlingen zu entscheiden. Die bisherigen Gespräche mit nordafrikanischen Ländern sind kaum vorangekommen.

Auch Ägypten lehnt nach Einschätzung der Internationalen Organisation für Migration Sammelzentren ab. Laurent De Boeck, Landesdirektor der IOM in Kairo, sagte der Nachrichtenagentur DPA, die Annahme, dass es in Kairo Verhandlungsbereitschaft gebe, sei schlicht falsch. "Sie existiert nicht, das wurde nie (mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi) diskutiert."

Das Thema sei für die Führung des Landes ein "No-go", da es einerseits mögliche soziale Unruhen in der Bevölkerung und andererseits die Anziehung weiterer Flüchtlinge und Migranten befürchte.

Nach einem Besuch in Kairo Mitte September hatten EU-Ratschef Donald Tusk und der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz zuletzt eine Vertiefung der Gespräche über die Flüchtlings- und Migrationspolitik, aber auch über wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Ägypten angekündigt. Diese sollen nach dem Willen der EU bestenfalls in Verhandlungen über Lager für Flüchtlinge münden, die aus dem Mittelmeer gerettet wurden.