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USA: Polizist überführt Serienmörder

Der Polizei in Texas ist ein notorischer Serienmörder ins Netz gegangen. Der heute 78-jährige soll während Jahren Dutzende von Frauen getötet haben.
Renzo Ruf, Washington
Der Serienmörder Samuel Little. Bild: Mark Rogers/AP (Texas, 26. November 2018)

Der Serienmörder Samuel Little. Bild: Mark Rogers/AP (Texas, 26. November 2018)

Denise Christie Brothers starb einen furchtbaren Tod. Als die Leiche der 38-Jährigen im Februar 1994 auf einem ungenutzten Grundstück am Rand der Kleinstadt Odessa (Texas) gefunden wurde, befand sich ihr Körper bereits im Zersetzungsprozess; eine Sprecherin der lokalen Polizei gab deshalb zu Protokoll, dass niemand genau wisse, wann die Frau getötet worden sei. Bekannt war nur, dass sie zuletzt am 1. Januar 1994 gesehen worden war.

Fast ein Vierteljahrhundert später ist es einem geschickt vorgehenden Mitglied der Elite-Polizei Texas Rangers nun gelungen, den Mord an Brothers aufzuklären. Und damit legte James Holland, so heisst der Polizist, einem der wohl kaltblütigsten Serienmörder in der blutigen Geschichte der USA das Handwerk.

Im Herbst 2012 ging der Stadtpolizei von Los Angeles der damals 72-jähriger Kriminelle Samuel Little ins Netz. Rasch zeigte sich, dass der Mann aus Georgia sein Leben lang nicht nur gestohlen hatte; aufgrund von DNA-Spuren erbrachten zwei Detektive des LAPD auch den Nachweis, dass er in den späten Achtzigerjahren im Grossraum Los Angeles drei Frauen ermordet hatte.

Täter hat fotografisches Gedächtnis

Die «Los Angeles Times» zitierte damals einen LAPD-Detektiv mit den Worten: Little habe tagsüber gestohlen, und des Nachts wehrlose Frauen ermordet, die häufig am Rande der Gesellschaft lebten. Und: Es sei gut möglich, dass Little weit mehr Verbrechen begangen habe, als bisher bekannt sei. Polizisten, die sich mit ungeklärten Mordfällen («Cold Cases») beschäftigten, sollten sich deshalb mit dem LAPD in Verbindung setzen.

Dieser Aufforderung kam, mit einiger Verspätung, im Frühjahr 2018 auch Texas Ranger James Holland nach. Er reiste nach Kalifornien, um sich im Gefängnis mit Samuel Little zu unterhalten. Dabei gelang es Holland allem Anschein nach, das Vertrauen des alten Serienverbrechers zu gewinnen. Little, der über ein fotografisches Gedächtnis verfügt, erzählte dem Polizisten bereitwillig über die letzten Minuten von Denise Christie Brothers – und zwar so ausführlich, dass Holland zum Schluss kam, dass er der Mörder sein müsse.

Während seinen Gesprächen mit Holland sprach Little auch bereitwillig über Dutzende von anderen Frauen, die er ermordet habe. Nach seiner Überstellung von Kalifornien nach Texas kontaktierten deshalb zahlreiche Polizeidepartemente, aus Staaten wie Georgia, Mississippi und Florida, die texanischen Ermittlungsbehörden, um einen Kontakt mit dem Serienmörder herzustellen. Dieser geniesse die Aufmerksamkeit, berichten die Ermittlungsbehörden. Dabei erinnere er sich an fast jedes Detail seiner furchtbaren Taten.

30 Morde bereits nachgewiesen

Bereits ist es der Polizei gelungen, dem heute 78-jährigen gegen 30 Ermordungen nachzuweisen. Little behauptet, in den vergangenen vier Jahrzehnten mindestens 60 weitere Frauen brutal getötet zu haben. Dies würde ihn zum schlimmsten Serienverbrecher in der Geschichte Amerikas machen. Und dennoch gelang es ­Little scheinbar, den Ermittlungsbehörden zu entkommen.

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