MAUT: Wer nach Deutschland fährt, muss bald zahlen

Auch Deutschland will Autobahnvignetten einführen. Zusätzliche Kosten sollen aber nur für ausländische Autofahrer anfallen.

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Geht es nach dem deutschen Verkehrsminister, müssen alle Ausländer ab 2016 für die Nutzung deutscher Autobahnen, Landes- und Bundesstrassen eine Vignette kaufen. Im Bild: die Mautstation des Rostocker Warnowtunnels. (Bild: AP)

Geht es nach dem deutschen Verkehrsminister, müssen alle Ausländer ab 2016 für die Nutzung deutscher Autobahnen, Landes- und Bundesstrassen eine Vignette kaufen. Im Bild: die Mautstation des Rostocker Warnowtunnels. (Bild: AP)

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt will auf 2016 eine Maut auf deutschen Strassen einführen. Mit seiner auch bei ausländischen Autofahrern erhobenen Infrastrukturabgabe will er eine «Gerechtigkeitslücke schliessen». Dies sagte Dobrindt gestern bei der Vorstellung seiner Pläne in Berlin. Er verwies dabei auf die rund 170 Millionen Fahrten von Haltern ausländischer Autos nach oder durch Deutschland.

Über die Abgabe sollen auch ausländische Autofahrer an den Investitionen in das deutsche Strassennetz «angemessen» beteiligt werden. Dobrindt versicherte, mit seinen Plänen werde es wie versprochen «keine Mehrbelastung für Fahrzeughalter in Deutschland geben». Die Regelungen seien zudem «EU-rechtskonform». Ausländische Autofahrer sollen Vignetten für zehn Tage, zwei Monate oder ein ganzes Jahr im Internet oder an Tankstellen kaufen können.

Leuthard liebäugelt mit Maut

Auch der Bundesrat liebäugelt mit einem Mautsystem nach deutschem Vorbild. Falls sich herausstelle, dass Deutschland die Maut kompatibel mit EU-Recht einführen könne, werde er eine solche Massnahme prüfen. Dies liess Verkehrsministerin Doris Leuthard in der letzten Wintersession in einer schriftlich nachgereichten Antwort aus der Fragestunde des Nationalrats ausrichten.

Andere Länder unterscheiden nicht

In acht europäischen Ländern gilt die Vignettenpflicht. Neben der Schweiz sind das Österreich, die Tschechische Republik, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Rumänien und Bulgarien. In Rumänien zahlt man mit 35 Franken für eine Jahresvignette am wenigsten – in Ungarn mit 180 Franken am meisten. Allerdings macht keines dieser Länder einen Unterschied zwischen In- und Ausländern. Während andere Länder Autobahngebühren kennen, die preislich etwa nach Streckenlänge und Fahrzeugtyp variieren, ist die Nutzung der Autobahn in Deutschland gebührenfrei.

red