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Kommentar

Nach Rücktritten: Theresa May und ihre Brexit-Strategie im Härtetest

Neun Monate vor dem EU-Austritt steht die Regierung in London vor einem Scherbenhaufen: Aus Protest gegen den Brexit-Kurs der britischen Premierministerin Theresa May sind zwei wichtige Minister zurückgetreten und haben die Regierung in eine massive Krise gestürzt.
Sebastian Borger, London

Das Brexit-Votum vor zwei Jahren stellte sehr viel mehr dar als eine Absage an die EU. Viele Briten wollten auch ihrer eigenen politischen Klasse einen Denkzettel verpassen. Als Folge der tiefgreifenden politischen Umwälzung erhielt Theresa May vor zwei Jahren die Schlüssel zur Downing Street. Seither taumelt ihre Regierung von einer Krise in die andere. Zu allem Überfluss verlor die konservative Partei vor Jahresfrist bei der vorgezogenen Unterhauswahl ihre Mehrheit. May kann kaum Erfolge verbuchen, aber diesen muss man ihr gutschreiben: Sie hat im Amt überlebt, allen Krisen zum Trotz.

Am Wochenende hat die Premierministerin endlich die Hardliner in der eigenen Partei in die Schranken gewiesen. Erstmals wird dem Land klar gesagt: Die selbst gewählte Isolation hat schwerwiegende Folgen. Um mit der EU weiterhin eng wirtschaftlich und politisch zusammenzuarbeiten, sind Kompromisse nötig. Die Rücktritte der zwei wichtigsten Brexiteers David Davis und Boris Johnson sind folgerichtig. Beide wurden ins Kabinett geholt, um den von ihnen angerichteten Scherbenhaufen zu beseitigen. Beide verweigerten diese Aufgabe, zerschlugen lieber noch weiteres Porzellan.

Wenn der Anschein nicht täuscht, wird May um ihr Amt kämpfen. Die Torys sollten bedenken, dass ihnen leicht nicht nur eine Premierministerin abhanden kommen kann, sondern gleich die ganze Macht. Zwar hat auch die Labour-Partei unter Jeremy Corbyn bisher keinen kohärenten Brexit-Plan vorgelegt. Aber die Briten könnten leicht zum Schluss kommen: Schlimmer als mit den Konservativen sind wir mit der Opposition auch nicht bedient.

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