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Kommentar

Mazedonien hat eine Chance verpasst

Nach dem gescheiterten Referendum ist eine Lösung des Streits mit Griechenland in weite Ferne gerückt.
Dominik Weingartner
Dominik Weingartner

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Auf den ersten Blick wäre es nur eine kleine Änderung gewesen. Mazedonien sollte künftig Nord-Mazedonien heissen. Die Angabe der Himmelsrichtung im Ländernamen wäre aber keine Petitesse gewesen. Viel mehr hat das mazedonische Volk am Sonntag die historische Chance verpasst, einen jahrzehntealten Streit mit Griechenland endlich zu beenden – und dem Land so den Weg in die Nato und in die EU zu ebnen.

Bisher scheiterte dies am Veto Griechenlands, das nicht hinnehmen wollte, dass ein Land den gleichen Namen trägt wie die griechische Region Makedonien. Eine Lösung des Streits mit Griechenland ist nun in weite Ferne gerückt.

Wie bei vielen Konflikten im ehemaligen Jugoslawien geht es auch in Mazedonien um Geschichte und Identität. Das Nationalbewusstsein ist in den Ländern des ehemaligen Vielvölkerstaats stark ausgeprägt, der Nationalstolz verhindert zu oft eine pragmatische Herangehensweise an Konflikte mit Nachbarländern.

Was aber viele Balkanländer eint, ist der Wunsch, Teil der EU und in manchen Fällen der Nato zu werden. Von der Mitgliedschaft in der EU erhoffen sie sich eine Lösung ihrer zum Teil gravierenden wirtschaftlichen und politischen Probleme. Doch davon sind Länder wie Serbien, Kosovo, Bosnien-Herzegowina und jetzt auch wieder Mazedonien weit entfernt. Dabei ist es auch die Perspektive eines EU-Beitritts, welche die fortdauernden Streitigkeiten nicht eskalieren lässt. Die Balkanstaaten haben darum nur eine Wahl: Sie müssen ihre Konflikte auf möglichst pragmatische Weise lösen. Sonst schliesst sich die Türe zur EU – und die war auch schon offener als heute.

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