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MENSCHENRECHTE: Amnesty International sieht in Myanmar «Apartheid»

Amnesty International kritisiert die Rohingya-Verfolgung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Experten sprechen von einem «Gefängnis unter freiem Himmel».
Rohingya auf dem Weg ins Jamtoli-Flüchtlingslager in Bangladesh. (Bild: A. M. Ahad/AP ()

Rohingya auf dem Weg ins Jamtoli-Flüchtlingslager in Bangladesh. (Bild: A. M. Ahad/AP ()

Die Rohingya in Myanmar werden nach einem aktuellen Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International schon seit Jahren systematisch unterdrückt und ausgegrenzt.

Das Vorgehen der Behörden Myanmars gegen die muslimische Minderheit entspreche «in allen Punkten der juristischen Definition von Apartheid als Verbrechen gegen die Menschlichkeit», fasste die Asien-Expertin bei Amnesty, Anika Becher, laut Mitteilung die Ergebnisse des heute veröffentlichten Berichts zusammen.

Die Rohingya dürfen sich demnach nicht frei im Land bewegen und haben auch keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung.

Drastische Zunahme seit dem Jahr 2012

Nach Angriffen auf Polizei- und Militärposten im August durch eine Rohingya-Miliz hatte Myanmars Armee im Bundesstaat ­Rakhine nach eigenen Angaben «Räumungsoperationen» durchgeführt. Hunderttausende Rohingya sind vor Gewalt und Verfolgung im buddhistisch geprägten Myanmar nach Bangladesch geflohen. Alleine in den vergangenen drei Monaten waren es nach einer Eskalation der Gewalt 620000 Personen.

Da den meisten Rohingya die Staatsbürgerschaft in Myanmar von den Behörden verwehrt wird, können sie zahlreiche ihrer Grundrechte gar nicht oder nicht umfassend wahrnehmen. Dem Amnesty-International-Bericht zufolge haben die Repressionen gegen die Minderheit seit 2012 drastisch zugenommen.

Amnesty fordert gesetzliche Massnahmen

Die Rohingya-Provinz Rakhine bezeichnete die Expertin als «Gefängnis unter freiem Himmel». Unterernährung und Armut seien die Folge der Ausgrenzung und Unterdrückung. Die Organisation forderte Myanmar auf, alle Gesetze zur Unterdrückung des Volks der Rohingya aufzuheben und die Verantwortlichen für die Verfolgung zur Rechenschaft zu ziehen.

Für den Bericht hat die Menschenrechtsorganisation nach eigenen Angaben über einen Zeitraum von zwei Jahren mehr als 200 Interviews geführt. Ausserdem seien Ge­setze, Verordnungen, Berichte, Fotos und Videos ausgewertet worden. (sda)

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