Belarus

Menschenrechtler: 260 Festnahmen bei Protesten in Belarus

Bei den Protesten in Belarus (Weissrussland) gegen den umstrittenen Präsidenten Alexander Lukaschenko sind in Minsk und anderen Städten etwa 260 Menschen festgenommen worden.

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Ein Demonstrant zeigt ein Siegeszeichen während eines Protests vor Polizisten. Die belarussische Sonderpolizei OMON ging in der Nacht in der Hauptstadt gegen friedliche Demonstranten vor. Foto: Sergei Grits/AP/dpa

Ein Demonstrant zeigt ein Siegeszeichen während eines Protests vor Polizisten. Die belarussische Sonderpolizei OMON ging in der Nacht in der Hauptstadt gegen friedliche Demonstranten vor. Foto: Sergei Grits/AP/dpa

Keystone/AP/Sergei Grits

Das teilte das Menschenrechtszentrum Wesna in der Nacht zum Freitag in Minsk mit. Es veröffentlichte eine Liste mit den Namen aller Festgenommenen. Die meisten wurden demnach am Donnerstagabend in der Hauptstadt von Sicherheitskräften aufgegriffen. Es war die höchste Zahl seit Tagen.

Nach Angaben des belarussischen Journalistenverbandes kamen auch etwa 50 Journalisten vorübergehend in Polizeigewahrsam. Die meisten seien nach einer Überprüfung ihrer Dokumente wieder freigekommen, teilte der Verband mit. Unter ihnen seien auch ausländische Reporter gewesen, darunter eine Korrespondentin der Deutschen Welle. Ein schwedischer Journalist sollte an diesem Freitag ausgewiesen werden.

In Belarus benötigen Medienschaffende neben einem Visum auch eine Akkreditierung. Die Behörden der Ex-Sowjetrepublik hatten zuletzt Journalisten ohne diese Arbeitserlaubnis bereits am Flughafen in Minsk zurückgewiesen. Dem Journalistenverband zufolge waren am Freitagmorgen noch vier Medienleute in Polizeigewahrsam.

Die Sicherheitskräfte hatten eindringlich davor gewarnt, an ungenehmigten Demonstrationen teilzunehmen. Die Uniformierten waren bis Anfang dieser Woche kaum eingeschritten - nach der massiven Polizeigewalt am 9. August und den Folgetagen. Die Proteste richten sich gegen Staatschef Lukaschenko, der den Wahlsieg bei der Abstimmung am 9. August für sich beansprucht. Die EU erkennt die Wahl nicht an. Sie steht als grob gefälscht international in der Kritik. Länder wie Russland und China gratulierten Lukaschenko zum Sieg.