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«Friedrich Merz wäre super für Deutschland - und die Schweiz»

Der mögliche Nachfolger von CDU-Chefin Angela Merkel ist ein Schweiz-Versteher: Er sitzt bei Peter Spuhlers Stadler Rail im Verwaltungsrat
Patrik Müller
Friedrich Merz hat gute Chancen, CDU-Chef zu werden. (Bild: Bernd von Jutrczenka/DPA (Berlin, 31. Oktober 2018))

Friedrich Merz hat gute Chancen, CDU-Chef zu werden. (Bild: Bernd von Jutrczenka/DPA (Berlin, 31. Oktober 2018))

Wer wird Nachfolger von Angela Merkel als CDU-Parteivorsitzende – und somit auch möglicher Kandidat für den Bundeskanzler? Deutschland diskutiert diese Frage so intensiv wie die Schweiz die Bundesratswahlen. Als aussichtsreichste Anwärter gelten die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und der ehemalige Fraktionschef Friedrich Merz. Weniger Chancen werden Gesundheitsminister Jens Spahn zugerechnet. Und so wie sich hierzulande die Bundesratskandidaten an Roadshows präsentierten, traten die drei CDU-Kandidaten am Donnerstag vor ihrer Parteibasis zum Schaulaufen an. Die meisten deutschen Medien sahen danach den 63-jährigen Friedrich Merz als Punktsieger.

Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern kennt Merz die Schweiz sehr gut. Unter anderem deshalb, weil er seit 2006 im Verwaltungsrat des Thurgauer Bahnbau-Unternehmens Stadler Rail sitzt. Darum sagt Firmenpatron Peter Spuhler: «Wenn Friedrich Merz zum CDU-Vorsitzenden und später zum Kanzler gewählt würde, wäre das super für Deutschland – und auch für die Schweiz.» Spuhler, der von 1999 bis 2012 SVP-Nationalrat war und wirtschaftsliberale Positionen vertritt, sagt über die politische Haltung von Merz: «Ich bin ziemlich deckungsgleich mit ihm. Er weiss, dass es eine starke Wirtschaft braucht, damit der Sozialstaat finanziert werden kann. Mit seinem unternehmerischen Denken versteht er diese Zusammenhänge aufs Beste.» Merz ist konservativer als die nach links gerückte Kanzlerin Merkel, mit der sich Merz 2004 überworfen hat.

«Er kennt die ganze Welt, was bei der Erschliessung neuer Märkte enorm hilft.»

Das Mandat bei Stadler Rail war in Deutschland bislang kein Thema, wohl aber jenes beim weltweit grössten Vermögensverwalter Blackrock. Merz präsidiert dessen Aufsichtsrat. Dieser Hintergrund helfe nicht, ehemalige CDU-Wähler zurückzuholen, die zur rechten Protestpartei AfD abgewandert seien, monieren Kritiker von Merz, dem auch aus seiner Zeit als CDU-Fraktionschef das Etikett «neoliberal» anhaftet. Der Hauptauftrag des künftigen CDU-Chefs wird sein, die AfD zu schwächen. Merz hat sich glasklar von den Populisten distanziert: Die AfD sei «offen nationalsozialistisch» und es gebe «antisemitische Untertöne», sagte Merz diese Woche.

Wie hat Spuhler seinen Verwaltungsrat in Sitzungen erlebt? «Friedrich Merz ist blitzgescheit, ein Schnelldenker. Und er stellt die unangenehmen Fragen, er fordert als Verwaltungsrat das Management heraus», sagt Spuhler. Stadler Rail profitiere auch von Merz’ internationaler Vernetzung: «Er kennt die ganze Welt, was bei der Erschliessung neuer Märkte enorm hilft.» Natürlich auch in Deutschland selbst, wo Stadler Rail 1200 Mitarbeiter beschäftigt.

Merz müsste Stadler Rail verlassen

Kennen gelernt hat Spuhler den prominenten Verwaltungsrat durch Hans-Peter Repnik, einen Konstanzer, der bis 2002 Geschäftsführer der CDU-Fraktion war. Spuhler hatte einen Verwaltungsrat gesucht, der ein «Gegengewicht» zum Management und zu ihm selbst als Mehrheitsaktionär sein sollte. «Genau als das hat sich Merz erwiesen», bilanziert Spuhler. Sollte Merz in Deutschland sein Polit-Comeback geben, müsste er seinen Posten bei Stadler Rail abgeben: «Das würde ich bedauern», sagt Spuhler.

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