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Shawne Fielding: «Diese Frauen machen mich stolz»

Die Wahlschweizerin Shawne Fielding (49) hat als texanische Demokratin für Beto O’Rourke gestimmt. Enttäuscht über dessen Niederlage ist sie nicht – im Gegenteil.
Interview: Samuel Schumacher
Shawne Fielding. (Archivbild ZZ)

Shawne Fielding. (Archivbild ZZ)

Shawne Fielding, Präsident Trump nannte die US-Zwischenwahlen einen «grandiosen Erfolg». Sehen Sie das auch so?

Die Republikaner haben den Senat verteidigt, die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückerobert. Ich würde sagen, das war eine Win-win-Wahl.

Das Senatsrennen in Texas war die spannendste Wahl der Midterms. Sie unterstützten den unterlegenen Demokraten Beto O’Rourke. Sind Sie enttäuscht?

Gar nicht. Beto hat sich hervorragend geschlagen. Er hat sich einem nationalen und internationalen Publikum als progressiver Politiker präsentiert. Ich kann mich an den Moment erinnern, als Obama als unbekannter Senatskandidat 2004 am Parteitag der Demokraten seine berühmt gewordene Rede hielt. Ich hatte zuvor noch nie von ihm gehört. Doch dieser hübsche, intelligente Mann erinnerte mich sofort an John F. Kennedy. Dasselbe Gefühl hatte ich bei Beto.

O’Rourke galt als aufstrebender Stern am Polithimmel. Der Aufstieg wurde arg gebremst.

Das sehe ich nicht so. Er arbeitet weiterhin im texanischen Kongress. Für die ­liberalen Geister bleibt er ein Rockstar. Und selbst meine republikanischen Bekannten in Texas finden ihn cool.

Erstmals in der US-Geschichte wurden zwei Muslimas in den ­Kongress gewählt. Auch eine lesbische Indigene und ein Schwuler haben die Wahl geschafft. Was sagen Sie zu dieser neuen Vielfalt im Kongress?

Die passt mir. Wenn ich mir die politischen Extreme in den USA anschaue, dann haben da auf beiden Seiten alte, weisse Männer und Frauen die Oberhand. Die Mitte aber, die wird von Wahl zu Wahl jünger, dunkler und weiblicher.

Mehr als 100 Frauen sind im US-Parlament vertreten, mehr als je zuvor.

Der amerikanische Weltkriegsgeneral George Patton hat mal gesagt: «Führe mich an, folge mir oder geh verdammt noch mal aus meinem Weg.» Diese Frauen, die da angetreten sind, die führen, die machen mich stolz.

Sie kennen die diplomatische Szene und sind politisch aktiv. Wäre es nicht Zeit für Sie, selber mal zu führen?

Ich spüre dieses Ziehen schon. Aber mein jüngstes Kind ist jetzt 11 Jahre alt. Einen politischen Posten kann ich auch noch mit 60 übernehmen. Vielleicht werde ich dann ja US-Botschafterin in der Schweiz.

Das würde Sie reizen?

Sicher. Ich habe mich vor Trumps Amtsantritt offiziell bei ihm als Botschafterin für die Schweiz beworben. Seine Administration hat sehr positiv reagiert. Ich kann mir das für die Zukunft gut vorstellen.

Die Zukunft dürfte spannende Dinge über Trump ans Licht bringen. Die Demokraten haben jetzt die Macht, Untersuchungen gegen ihn und seine Regierung einzuleiten. Worauf sollten sie sich konzentrieren?

Meine Hauptsorge gilt der Russland-Affäre. Was ich für wichtig hielte, wäre eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über Täuschungsversuche und Falschinformationen. Besonders ältere Leute haben oft Mühe, richtige von falschen Informationen zu unterscheiden. Auf diesen Aufklärungsbemühungen sollte der Fokus der Politik liegen, damit Amerika für zukünftige Propagandaangriffe besser gewappnet ist.

Das Ende der Midterms gilt gemeinhin als Startpunkt für den Präsidentschaftsshowdown. Wer soll 2020 gegen Trump antreten?

Ich bin ein grosser Fan von Elizabeth Warren, der demokratischen Senatorin aus Massachusetts. Und ich würde natürlich jederzeit für Beto O’Rourke stimmen. Aber wer weiss schon, was die kommenden zwei Jahre noch passieren wird. Irgendwann wird irgendjemand irgendwo aus dem Nichts eine Rede halten und als neuer Stern am Polithimmel erscheinen, genau wie Obama 2004.

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