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MILLIARDÄR: Diamanten, Eisen und Gold machen ihn reich

Der Israeli Beny Steinmetz und sein Berater sitzen in Untersuchungshaft. Das bringt nun auch Österreichs Sozialdemokraten in die Bredouille.
Beny Steinmetz (Bild: Ilan Assayag/EPA)

Beny Steinmetz (Bild: Ilan Assayag/EPA)

Beny Steinmetz empfindet sich selbst als Opfer. Mit den Vorwürfen der Korruption, Geldwäsche und Behinderung der Justiz will der schwerreiche Mann nichts zu tun haben. Vor Gericht habe er sich stets kooperativ gezeigt, nun behandle man ihn in Israel, wie man es von «totalitären Staaten kennt». Seit Anfang der Woche sitzt Steinmetz zusammen mit seinem strategischen Berater Tal Silberstein in Untersuchungshaft.

Silberstein steht im Verdacht des Steuerhinterzugs. Bereits im vergangenen Dezember musste sich Steinmetz dem Vorwurf der Korruption stellen und durfte das Land über mehrere Monate nicht verlassen. Zu einer Anklage kam es bislang nicht. Laut polizeilichen Ermittlungen, an denen das FBI sowie die Schweizer Polizei mitwirkten, ist die Beweislage diesmal hieb- und stichfest.

Die Verhaftung Tal Silbersteins trifft genau zwei Monate vor den Wahlen in Österreich die Sozialdemokratische Partei (SPÖ) wie ein Schlag ins Gesicht, denn Silberstein war für Bundeskanzler Christian Kern als Berater tätig. Die SPÖ stellte die Zusammenarbeit am Montag umgehend ein. Trotzdem fordern die Österreichische Volkspartei (ÖVP) und die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) eine rasche Aufklärung. Von der FPÖ kam gar die Forderung nach einem Rücktritt Kerns.

In Rumänien läuft seit Januar ein Verfahren gegen Silberstein und Steinmetz. Die beiden Männer stehen im Verdacht, Regierungsbeamte bestochen zu haben, um einen Preisnachlass beim Kauf von Immobilien zu erhalten. Die Rede ist von 160 Millionen Dollar. Bei den laufenden Ermittlungen geht es zentral um den Vorwurf, Steinmetz habe dem Präsidenten von Guinea, Alpha Condé, und seiner Frau Djene Kaba «zig Millionen Dollar» bezahlt, um sich in den Jahren 2006 bis 2012 die Rechte zur Ausbeutung der Eisenminen zu sichern. Er selbst sagte vor Gericht am Montagabend aus, Opfer einer Verleumdungskampagne zu sein, die sein Geschäftskonkurrent, der ungarisch-amerikanische Multimilliardär George Soros, gegen ihn lanciert habe. Soros habe Djene Kaba Geld gezahlt, damit sie gegen ihn aussage. «Es gibt jemanden der auf mich zielt», meinte Steinmetz vor Gericht und fügte hinzu: «Wir haben nichts verbrochen.» Laut einem Bericht des israelischen Radios sollen Goldminen, die Steinmetz in Sierra Leone ausbeutet, mit Zäunen und Eisentoren verbarikadiert und so gut wie ein Militärlager bewacht sein.

Die regierungstreue Tageszeitung «Israel Hayom» schrieb am Dienstag, dass der heute 61-jährige Steinmetz bereits 2012 «vor dem Hintergrund von Meinungsverschiedenheiten mit den Steuerbehörden» aus Israel wegzog. Er lebt heute mit seiner Frau und vier Kindern in Genf. Im gleichen Jahr berichtete die «Financial Times» zum ersten Mal über Ermittlungen der Polizei in Guinea, die wegen Verdacht des Betrugs und der Korruption gegen die Steinmetz-Gruppe vorging.

Bei den aktuellen Ermittlungen, die sich von Guinea über Rumänien und die Schweiz bis in die USA erstrecken, geht die Polizei dem Verdacht nach, ob die Gruppe der Verdächtigen systematisch fiktive Verträge und Transaktionen produzierte, darunter Immobilienhandel in mehreren Staaten, um so Einnahmen in Millionenhöhe vor den Steuerbehörden zu verbergen. Polizeikommissar Avshalom Ahrak zeigte sich vor dem israelischen Gericht zuversichtlich. «Es gibt neue Beweise, darunter Zeugen und Dokumente, die Steinmetz betreffen.»

Susanne Knaul, Jerusalem

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