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Mohammed-Karikatur zum Zweiten

Zwei Jahre ist es her, seit die umstrittenen Mohammed-Karikaturen veröffentlicht wurden. Nun gibts auch ein neues Buch dazu. Erneuter Wirbel ist also programmiert.

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«Ich mag jetzt die Mohammed-Zeichnungen nicht mehr diskutieren, für mich ist Schluss», meint «Jyllands-Posten»-Kulturchef Flemming Rose zum fünften Jahrestag der weltweit umstrittenen und umkämpften Veröffentlichung von zwölf Karikaturen. Genau an diesem Tag aber auch publizierte er in seinem neuen Buch «Tyrannei des Schweigens» alle zwölf noch einmal.

Buch soll nicht verboten werden

Dänemarks Aussenministerin Lene Espersen wies Forderungen aus arabischen Ländern nach einem Verbot des Buches zurück: «Wir haben Meinungsfreiheit.» Aber sie traf sich auch sehr schnell zum Dialog mit arabischen Botschaftern, damit es keine Wiederholung der wüsten Proteste mit Stürmungen dänischer Botschaften und Flaggenverbrennungen gibt.

Seit diesen Protesten haben die Mohammed-Karikaturen Dänemarks ohnehin hartes politisches Klima entscheidend mitgeprägt. Die Fronten zwischen kompromisslosen «Verteidigern der Meinungsfreiheit» und multikulturellen Anwälten eines Dialogs sind noch härter geworden.

Mordanschläge gegen den durch sein Mohammed-Bildchen berühmt gewordenen Karikaturisten Kurt Westergaard und immer umfassendere Sicherheitsmassnahmen rund um die rechtsliberale Zeitung haben das Klima alles andere als entspannter werden lassen.

Wenig gelernt aus dem Konflikt

«Wir haben leider unendlich wenig aus diesem Konflikt gelernt. Die Meinungsfreiheit ist bei uns zu einer fanatischen Religion erhoben worden», meinte die Schriftstellerin Janne Teller in «Politiken». Dabei sei es bei den Karikaturen um die «bewusste Dämonisierung» von Muslimen als einer ohnehin schwachen, kleinen Minderheit in Dänemark gegangen. «Jyllands-Posten» selbst befand zum fünften Jahrestag: «Die Veröffentlichung der zwölf Zeichnungen hat dazu beigetragen, den aktuellen Zustand der Welt zu verdeutlichen, in der wir leben.»

Die Verfasser des Leitartikels mögen dabei auch an die Ehrung Westergaards durch Angela Merkel bei der Verleihung des Medienpreises M100 Anfang September gedacht haben. Die Kanzlerin rühmte dessen Mut bei der Verteidigung der Meinungsfreiheit. Als die riesige Protestwelle gegen die Karikaturen Anfang 2006 in Gang kam, waren sich die führenden Politiker in Berlin noch weitgehend einig in ihrer Verurteilung von «Jyllands-Postens» publizistischer Aktion gegen das islamische Abbildungsverbot für den Propheten. (dpa)