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Moskau ist jetzt gefordert im Syrien-Konflikt

Korrespondent Michael Wrase über die Entwicklung im Syrien-Konflikt und einen möglichen Schlichter.
Michael Wrase, Limassol
Michael Wrase

Michael Wrase

Mit einem von tiefer Verzweiflung geprägten Appell hat UNO-Generalsekretär António Guterres am Wochenende die Konfliktparteien in Syrien zu einer «bedingungslosen Deeskalation der Gewalt» aufgerufen. Eine politische Lösung sei «der einzige Weg, um die Ausdehnung des Konfliktes über die Landesgrenzen hinweg zu verhindern». Das klingt soweit gut. Realisierbar ist es nicht, weil die Konfliktparteien im Kampf um die Neuordnung von Syrien keinerlei Kompromissbereitschaft signalisieren. Fast jeder spielt mit gezinkten Karten. Die Bekämpfung des IS wird oft nur vorgeschoben, um geostrategische Vorteile der Gegenpartei zu verhindern und eigene politische Vorteile zu sichern.

Dass auch Israel bei diesem neuen «Great Game» offensiv agiert, ist verständlich. Schliesslich hat es der iranische Erzfeind geschafft, sich in Syrien festzusetzen und das Assad-Regime nachhaltig zu stabilisieren. Auch nach dem Abschuss einer F-16 dürfte Israel seine Luft­angriffe auf syrische und iranische Stellungen fortsetzen. Vertreiben lassen wird sich der Iran dadurch aus dem Bürgerkriegsland aber nicht.

Mit jedem Angriff wächst die Gefahr einer erneuten Eskalation. Da die USA mit dem Iran keine diplomatischen Beziehungen pflegen und Israel den Rücken stärken, kommt nur noch Russland als Schlichter in Frage. Obwohl selbst Konfliktpartei in Syrien, ist Moskau jetzt ge­fordert. Im Gegensatz zu den gescheiterten Emissären der Vereinten Nationen ist Russland in der Lage, in direkten Gesprächen mit dem Iran und Israel eine Deeskalation in Syrien zu bewirken. Diese wäre auch im Interesse Moskaus, da es bei einer weiteren Gewalteskalation nur Verlierer gäbe.

Michael Wrase, Limassol

nachrichten@luzernerzeitung.ch

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