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MOSKAU: Putin-Kritiker Kara-Mursa nach Vergiftung ins Ausland geflüchtet

Der russische Oppositionspolitiker Wladimir Kara-Mursa ist nach einer schweren Vergiftung ins Ausland geflüchtet. Das teilte sein Anwalt Wadim Prochorow am Sonntag im sozialen Netzwerk Facebook mit. Der 35-Jährige sei am Morgen ins Ausland geflogen, um seine "zweite schwere Vergiftung" auszukurieren.
Blick auf die St. Basilius-Kathedrale, rechts, und den Spasskaya-Turm, den Hauptturm der östlichen Mauer des Kremls, in Moskau, Russland. (Bild: KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Blick auf die St. Basilius-Kathedrale, rechts, und den Spasskaya-Turm, den Hauptturm der östlichen Mauer des Kremls, in Moskau, Russland. (Bild: KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Kara-Mursas Frau Jewgenija hatte die Vergiftung vor knapp zwei Wochen publik gemacht, nachdem ihr Mann in ein Spital in Moskau eingeliefert worden war. Die Diagnose der Klinik laute auf "Vergiftung mit einer unbekannten Substanz", sagte Prochorow. Höchstwahrscheinlich handle es sich um eine absichtlich herbeigeführte Vergiftung.

Vor zwei Jahren war Kara-Mursa nach einem plötzlichen Nierenversagen schon einmal in ein Moskauer Spital eingeliefert worden. Damals wurde eine hohe Konzentration an Schwermetallen in seinem Körper festgestellt.

Kara-Mursa war bis zum vergangenen Jahr Vizechef der liberalen Parnas-Partei, die vom ehemaligen Ministerpräsidenten Michail Kasjanow geführt wird. Davor war er ein enger Verbündeter des prominenten russischen Oppositionellen Boris Nemzow, der 2015 in der Nähe des Kreml ermordet wurde.

Zuletzt koordinierte Kara-Mursa die Aktivitäten der Stiftung Offenes Russland des ehemaligen Ölmagnaten Michail Chodorkowski. Dieser war wegen Betrugs und Steuerhinterziehung fast zehn Jahre lang inhaftiert, bevor der von ihm bekämpfte russische Präsident Wladimir Putin ihn Ende 2013 überraschend begnadigte.

sda

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