Simbabwe
Mugabe lässt an seinem Geburtstag Elefant und Büffel servieren

Mehr als 20000 Gäste erwartet Langzeit-Diktator Robert Mugabe kommende Woche zur Feier seines 91. Geburtstags. Statt Torte gibt es Elefant, Büffel oder Antilope.

Markus Schönherr, Kapstadt
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Robert Mugabe speist zum 91. Geburtstag Büffel und Elefant.

Robert Mugabe speist zum 91. Geburtstag Büffel und Elefant.

KEYSTONE

Knapp eine Million US-Dollar lässt sich das Regime die Feierlichkeiten kosten – Geld, das laut dem Sprecher des oppositionellen «Movement for Democratic Change», Obert Gutu, für die armutsgeplagte Bevölkerung eingesetzt werden sollte. Simbabwe durchlebt seit mehreren Jahren eine Wirtschaftskrise. Laut Kritikern sei diese auf Mugabes repressive Landreformen zurückzuführen, unter denen seit der Jahrtausendwende mehr als 4000 weisse Farmer ihr Land verloren. «All das Geld, das für dieses obszöne Gelage gesammelt wurde, sollte unmittelbar in den Wiederaufbau unserer ruinierten Spitäler, Kliniken und Schulen fliessen», so Gutu.

Mugabe regiert Simbabwe seit 1980 und ist das älteste Staatsoberhaupt der Welt. «Er hat immer gewusst, dass Alkohol und Tabakkonsum den Körper schwächen», verriet seine Halbschwester, Regina Gata, im Januar. Täglich unternehme der Staatsführer, der für die Unterdrückung von Kritikern und Menschenrechtlern bekannt ist, um 5 Uhr morgens einen Spaziergang.

Der Personenkult spielt in Mugabes Regentschaft eine grosse Rolle. Seine Geburtstage fallen meist gross aus. Nach Angaben der simbabwischen Tageszeitung «News Day» waren Lehrer letztes Jahr gezwungen, einen Teil ihres Gehalts zu der Feier beizusteuern.

Das 120 000-Dollar-Festessen

Der Höhepunkt der diesjährigen Feier sei das Festessen, das ein lokaler Farmer seinem Präsidenten versprach, berichtet die Tageszeitung «Chronicle». Zwei Büffel, zwei Antilopen, fünf Impalas und zwei Elefanten im Wert von 120 000 US-Dollar steuerte Tendai Musasa zu der Party bei – seiner Ansicht nach eine «perfekte Geste», um Mugabe hochleben zu lassen. Heute Freitag sollen die Tiere geschlachtet und in den Kühlräumen des Hotels «Elephant Hills» gelagert werden. In dem Luxusresort bei den Viktoria-Wasserfällen soll nächste Woche die Feier stattfinden.

«Absolut unethisch»

Umweltschützer versetzt die Nachricht in Aufruhr. «Jedes Mal, wenn Mugabe feiert, werden Büffel und Elefanten geschlachtet. Das ist absolut unethisch und sollte verboten werden», meint Johnny Rodrigues von der «Zimbabwe Conservation Task Force». Er betrachtet das aussergewöhnliche Festmahl als Provokation. Erst letzten Monat hatte Simbabwes Regierung viele Wildtierexperten mit der Ankündigung schockiert, 62 Babyelefanten exportieren zu wollen. In den Zoos der Käuferstaaten – darunter China und die Vereinigten Arabischen Emirate – sei es Rodrigues zufolge häufig zu Fällen von Tierquälerei gekommen. 2012 waren vier junge Elefanten bei der Überfahrt nach China gestorben.

«Unsere Umwelt ist nicht dazu geschaffen, zu viele Elefanten zu beherbergen. Wir haben eine Überpopulation», sagte Simbabwes Minister für Tourismus, Walter Mzembi. Allerdings sei dies nur eine Ausrede, um auf unkomplizierte Weise die leere Staatskasse zu füllen, meinen Kritiker. «Simbabwe verkauft seine Elefanten, weil sie in der Haltung zu teuer sind. Zugleich vertreibt Grace mehr als 200 Familien, um Platz für ihren Wildpark zu schaffen», so der Simbabwer Kule VeMbwa. Damit spielte er auf Simbabwes First Lady Grace Mugabe an, auf deren Geheiss vor kurzem eine Farmgemeinde vor der Hauptstadt Harare zwangsumgesiedelt werden sollte. Ihr Land sollte in ein privates Wildreservat umgewandelt werden. Zwar stoppte der oberste Gerichtshof die Vertreibungen, doch der Grossteil der Häuser war bereits niedergewalzt worden.

Auch die Bewohner bei den Viktoria-Fällen treffe Mugabes extravagante Geburtstagsfeier hart, berichtet der «Chronicle»: Die Elefanten und anderen Wildtiere seien Teil ihrer eigenen Jagdquote und die Spende an Mugabe bedeute für die Bewohner kein Einkommen für das restliche Jahr.