Tourismus

Myanmar: Von Pagoden, Traumstränden und teuren Betten

Immer mehr Touristen auch aus der Schweiz bereisen Myanmar. Doch hinkt das Bettenangebot dieser steigenden Nachfrage hinterher. Und das lässt die Preise förmlich explodieren.

Daniel Fuchs
Drucken
Teilen
Die Shwedagon Pagode von Rangung: Buddhisten pilgerten in der vergangenen Woche ans Lichterfest.

Die Shwedagon Pagode von Rangung: Buddhisten pilgerten in der vergangenen Woche ans Lichterfest.

Keystone

Land der Pagoden und der einsamen Sandstrände: Myanmar, «Buddhas Goldenes Land», zieht immer mehr Touristen an. 2011 waren es über 800 000. Diese Marke dürfte im laufenden Jahr bereits gesprengt worden sein. Die Zahlen explodieren vor allem seit vergangenem Frühling, als die Öffnung des von Militärdiktaturen geknechteten Landes in den ersten freien Parlamentswahlen kulminierte.

AZ

«Leute, die vorher wegen des Militärregimes auf eine Reise verzichtet haben, bereisen nun das Land», sagt Barbara Möckli-Schneider. Die Geschäftsführerin der Wirtschaftskammer Schweiz-Asien reist heute Freitag einmal mehr in die ehemalige Hauptstadt Rangun. Auf mehreren Reisen seit den Neunzigern hat sie die Entwicklung Myanmars beobachten können. Beim Reiseveranstalter Kuoni teilt man diese Einschätzung. «Seit vergangenem Winter haben wir Zuwachsraten bis zu einer Verdreifachung», bilanziert Pressesprecher Peter Brun. Zwar bewegten sich die Zahlen auf verhältnismässig tiefem Niveau, die Nachfrage steige jedoch zu schnell, als dass das Angebot mithalten könne.

Sorge um das Image

Es fehle an Kapazitäten von Hotelzimmern, sagt Aung Thura. Der Sohn einer Birmesin und eines Schweizers lebt seit geraumer Zeit in Rangun und berät Firmen, die in Myanmar investieren wollen. Passable Hotelzimmer würden heute gut und gerne 250 Franken kosten, wogegen in der Vergangenheit etwa 70 bis 80 Franken genügt hätten. Die birmesische Regierung sorge sich nun um das Image. Wucherern drohe sie mit Sanktionen.

Ständig überholte Preise - für Kuoni ein Problem: «Was in unseren Katalogen steht, gilt bei der Buchung zum Teil nicht mehr», sagt Sprecher Brun.

Laut einem Schweizer Touristen findet man in Myanmar trotz Goldgräberstimmung noch einfache Absteigen. Laut dem Mann, der das Land im Winter letzten Jahres bereiste, bietet Myanmar für Rucksacktouristen ebenso viel wie für Pauschaltouristen. Gastfreundliche, überraschend gut Englisch sprechende Leute, die Pagoden im Morgenlicht und die einsamen Traumstrände - «ich würde jederzeit wieder hingehen», so der Asientourist.