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Myanmar will die Rohingya nicht zurück

Verhandlungen Die Nachrichten klangen gut: Myanmar hoffe in der Rohingya-Krise auf eine Einigung mit Bangladesch und die baldige Rückkehr der Flüchtlinge, verkündete Staatschefin Aung San Suu Kyi Anfang dieser Woche. Myanmar wolle auch Einwohnern, die keine myanmarische Staatsbürgerschaft haben, die Heimkehr ermöglichen, versprach Suu Kyi. Die Rohingya, die vor etwa 200 Jahren von den Briten in Myanmar angesiedelt wurden, werden in Myanmar nicht als Staatsbürger anerkannt.

Doch wer glaubt, die Flüchtlingskrise in Südasien sei angesichts so viel guten Willens bald vorbei, sollte vorsichtig sein: Die mindestens 620000 muslimischen Rohingya, die in den letzten 13 Wochen vom myanmarischen Militär brutal aus ihrer Heimat vertrieben wurden, ­werden vermutlich sehr lange in ihren Flüchtlingslagern in Bangladesch ausharren müssen. Myanmars politische Manöver der letzten Wochen lassen eigentlich nur den Schluss zu, dass es – trotz aller Lippenbekenntnisse – an einer Rückführung der Rohingya keinerlei Interesse hat. Warum sie sonst erst vertreiben?

Bangladesch will die Flüchtlinge zwar loswerden, besteht angesichts der anhaltenden Gewalt im Gliedstaat Ra­khine auf Sicherheitsgarantien für die Heimkehrer. Im Gespräch sind internationale Beobachter, was Naypyidaw jedoch ablehnt. Dhaka hat seine Gründe, Garantien einzufordern. In den 90er-Jahren hatte sich Bangladesch, nachdem es 250 000 vor Militärgewalt ­geflohene Rohingya aufgenommen hatte, auf einen Rückführungsdeal ohne Sicherheitszusagen eingelassen – nur um 20 Jahre später von einer noch grösseren Welle von Flüchtlingen überrannt zu werden. Selbst wenn eine Heimkehr möglich wäre, ist die Frage, wie viele Flüchtlinge die Chance wahrnehmen würden – und wohin sie heimkehren würden. Myanmar hat angekündigt, dass es die niedergebrannten Dörfer in der Grenzregion als Staatseigentum betrachtet und sie «neu entwickeln», also mit Bürgern aus anderen Landesteilen bevölkern will. Mögliche Heimkehrer sollen derweil in so genannten «Modelldörfern» untergebracht werden. Die UNO spricht von einer ­De-facto-Internierung. Amnesty International bezeichnete die Zustände als «Apartheid». (up)

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